Weimar. Verladung von Sachspenden am Sophien- und Hufeland Klinikum mit Unterstützung des Rotary Clubs Weimar.

Als offizieller Partner unterstützt das Sophien- und Hufeland-Klinikum Weimar seine Partnerklinik in Malawi durch Weiterbildungen, medizinisches Know-how und Sachspenden. Unlängst wurde an der Weimarer Einrichtung wieder einmal ein Container gepackt: 21 Krankenhausbetten, 50 Matratzen, Verbrauchsmittel und Implantate, die aus den verschiedensten Gründen hier keine Verwendung mehr finden, wechseln Klinik und Kontinent.

Lieferung hat einen Wert von rund 70.000 Euro

Auch medizinisches Equipment für eine neu erbaute Infektionsstation wird auf den Weg nach Ostafrika geschickt und kommt dem Zomba Central Hospital in Malawi zugute, für das sich Privatdozent Olaf Bach, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie und Ärztlicher Direktor des Weimarer Klinikums, schon seit fast 30 Jahren ehrenamtlich engagiert.

Das neue medizinische Equipment im Wert von etwa 70.000 Euro konnte vom Verein Zomba Hospital Projekt, der sämtliche Aktivitäten koordiniert, durch das große finanzielle Engagement der Thüringer Rotary Clubs unter der Federführung des RC Weimar gekauft und ebenfalls verladen werden, berichtete das Weimarer Klinikum gegenüber unserer Zeitung. Ergänzt worden sei der Beitrag der Kooperationspartner durch die Finanzierung von Ausbildung und Installation vor Ort.

Enge Verbindung der Kliniken besteht bereits seit 2015

Nachdem sich die erste Lieferung im Jahr 1996 auf den Weg gemacht hat, handelt es sich bereits um den 28. Container, der zum Zomba Central Hospital geschickt wird. Seit 2015 ist das Zomba Central Hospital mit dem Sophien- und Hufeland-Klinikum über eine Klinikpartnerschaft verbunden, die unter anderem vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt wird.

Vor Ort in Malawi kann der Container dann hoffentlich Ende Mai von Olaf Bach, Matthias Worm, Oberarzt in der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, und dem zukünftigen Präsidenten des Rotary Clubs Weimar, Hans-Heinrich Matthias, in Empfang genommen werden. Die aktuellen Probleme der Seeschifffahrt infolge des Gaza-Kriegs schaffen hier allerdings Unsicherheit in der Frage, wie lange der Transport letztlich wirklich dauern wird.

Der Weimarer Chefarzt Olaf Bach ist zweimal im Jahr für sechs Wochen in dem Partnerkrankenhaus als Chirurg tätig. Dabei sind die Sachspenden aus Deutschland eine große Hilfe, wenngleich Lagerhaltung, Service und Implementierung das örtliche Personal vor nicht zu unterschätzende Herausforderungen stellen würden. Im Weimarer Kollegenkreis konnte der Mediziner bereits weitere Mitstreiter finden, die sich ebenfalls in dem Krankenhaus des ostafrikanischen Landes engagieren.

Zomba Hospital versorgt rund 4,5 Millionen Menschen

Das Zomba Hospital ist nach Angaben des Unterstützer-Vereins eines der vier Zentralkrankenhäuser des Landes. Es wird vom Gesundheitsministerium getragen und obliegt der Leitung eines malawischen Arztes. Mit den Fachabteilungen Innere Medizin, Chirurgie/Orthopädie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Kinderheilkunde, Anästhesie/Intensivmedizin, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Augen und mehr als 600 Betten dient es etwa 4,5 Millionen Menschen aus dem Umkreis als einziges Referenzkrankenhaus. Dieses sei zudem personell deutlich unterbesetzt.