Hervorragende Schülerarbeiten in Weimar ausgezeichnet

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Die Siegergruppe mit Cornelia Böck, Helene Biskop und Fabian Berger.

Die Siegergruppe mit Cornelia Böck, Helene Biskop und Fabian Berger.

Foto: Jörg Geibert

Weimar.  Gymnasiasten von vier Weimarer Schulen beteiligt. Konsumforschung vom Goethe machte das Rennen

Eine schwierige Entscheidung mussten Mitglieder des Rotary-Clubs Weimar-Bauhaus bei der diesjährigen Prämierung der besten Seminarfacharbeiten von Weimarer Gymnasien treffen. Erstmals beteiligte sich an dem bereits seit mehr als zehn Jahren stattfindenden Wettbewerb eine Seminarfachgruppe aus dem Musikgymnasium Schloss Belvedere.

Bei einem virtuellen Meeting haben zwölf Schülerinnen und Schüler vier Seminarfacharbeiten präsentiert. Deren Qualität war so überzeugend, dass letztlich ein erster und drei zweite Preise vergeben wurden.

Erster Preis geht ans Goethegymnasium

Mit einer Zweidrittelmehrheit setzten sich Fabian Berger, Helene Biskop und Cornelia Böck vom Goethegymnasium mit ihrer Arbeit über die „Beeinflussung von Konsumenten durch sensorisches Marketing“ durch. Sie gingen der Frage nach, warum Kunden im Supermarkt meist mehr kaufen, als auf ihrem Einkaufszettel steht. Die Schüler beschäftigten sich mit Marketingtheorie, gestalteten Produkte, führten Befragungen sowie – mit unterschiedlichen Präsentationen in einem realen Markt – einen Feldvergleich zu den aufgestellten Thesen durch. Letzterer belegte, dass die richtige Platzierung der Waren fast zu einer Umsatzverdopplung führte. Eindrucksvoll stellten die Gymnasiasten auch das sogenannte sensorische Marketing vor, bei dem die Produkte durch Lichtfarbe und -temperatur „ins rechte Licht gesetzt werden“ – unterstützt von konsumbegleitender und -fördernder Musik.

„Eine ganz hervorragende Leistung mit vielen Facetten“, urteilten die Rotarier und belohnten diese mit einem Preisgeld in Höhe von 500 Euro. Die drei anderen Arbeiten wurden als Zweitplatzierte mit jeweils 300 Euro bedacht.

Eingangs stellten Florian Becker, Martin van Empel und Maximilian Erhardt vom Schiller-Gymnasium ihre „Messung kosmischer Strahlung durch einen Stratosphärenballon“ (unsere Zeitung berichtete mehrfach) vor. Der Versuchsballon der Seminarfachgruppe wurde im Wimaria-Stadion in den Himmel entlassen. Er bewegte sich in mehr als 35 Kilometern Höhe und landete schließlich 165 Kilometer vom Ausgangspunkt entfernt in der Mark Brandenburg an einem Fallschirm wieder auf dem Boden. Neben den rein physikalischen Betrachtungen schilderten die Schüler auch Tücken wie eine chinesische Bauanleitung für den Bausatz eines Geiger-Müller-Zählrohrs und den großen „händischen“ Rechenaufwand, der durch die unterschiedliche Darstellung von Dezimalzahlen in Deutschland und den USA verursacht wurde.

Vergleich von Wasserstoff- und Elektroauto

Nils Hoffmann, Lea Kaufmann und Mons Lindström von der Gemeinschaftsschule Jenaplan stellten „Wasserstoff als umweltfreundlichen Antrieb“ vor. Sie verglichen in aufwendigen Analysen Wasserstoffauto und Elektroauto im Hinblick auf das jeweilige Emissionsverhalten und die sich ergebende Emissionsbilanz bei ganzheitlicher Betrachtung. Bei durchaus überraschenden Zwischenergebnissen kamen sie zu dem eindeutigen Schluss, dass das Wasserstoffauto umweltfreundlicher sei.

Abschließend befassten sich Emma Dodds, Lina Kochkämpfer und Jakob Solle vom Musikgymnasium Schloß Belvedere bei der virtuellen Präsentation mit „der Kunst des Redens“. Die von J. F. Kennedy stammende Aussage, dass eine Rede wie ein Bikini sein sollte, knapp genug und doch alle wesentlichen Stellen abdeckend, erschien unmittelbar einleuchtend. Die sehr gelungene Seminarfacharbeit setzte sich mit der Rhetoriktheorie, der Geschichte der Rhetorik und dem Thema „Rhetorik und Demokratie“ auseinander. Die von den Schülern gewonnene Erkenntnis: Direkte Demokratie habe keine positive Wirkung auf die Rhetorik. „So manchem aktuellen Redner auf der öffentlichen Bühne wäre die Teilnahme bei dieser Präsentation zu wünschen“, urteilten die Rotarier auch angesichts dieser hervorragenden Arbeit.