Amsterdam. Nein, er will nicht. Eine Rückkehr von Louis van Gaal zu Ajax Amsterdam wird es demnach nicht geben. Seine Gesundheit gehe vor, sagt der 72-Jährige.

Nach dem Aus für den früheren Bundesliga-Manager Sven Mislintat bei Ajax Amsterdam steht Louis van Gaal einem Medienbericht zufolge nicht für einen Posten und damit eine Rückkehr zum derzeit schwer kriselnden Traditionsclub zur Verfügung.

Das sei keine Option, sagte der 72-Jährige dem niederländischen öffentlich-rechtlichen Sender NOS: „Meine Gesundheit geht vor.“ Van Gaal hat Prostatakrebs und musste sich dem Bericht zufolge kürzlich einer weiteren Operation unterziehen. „Ich kann mir nicht mehr vorstellen, Trainer eines Vereins zu sein. Bei einem Land hängt es von vielen Faktoren ab“, erklärte er. Van Gaal arbeitete von September 1991 bis Juni 1997 als Trainer bei Ajax, im November 2003 kehrte er als Technischer Direktor für ein knappes Jahr zurück.

Zuletzt arbeitete der ehemalige Bayern-Coach, der jüngst auch vor der Ernennung von Julian Nagelsmann als Kandidat für den deutschen Bundestrainerposten gehandelt worden war, als Bondscoach. Insgesamt trainierte er dreimal die Auswahl der Niederlande.

Trennung von Mislintat

Ajax hatte sich am Ende eines ereignisreichen Sonntags mit dem unrühmlichen Abbruch des Klassikers zwischen Ajax Amsterdam und Feyenoord Rotterdam wegen des wiederholten Abbrennens von Pyrotechnik mit sofortiger Wirkung von Mislintat getrennt. Der 50-Jährige war nur vier Monate als Fußball-Direktor im Amt.

Mislintat habe nicht mehr die volle Unterstützung im Verein, hatte der Club mitgeteilt. Er steht im Fokus wegen eines möglichen Interessenkonflikts beim Wechsel des kroatischen Nationalspielers Borna Sosa von Mislintats ehemaligen Verein VfB Stuttgart zu Ajax. Mislintat ist an dem Fußballdaten-Analyse-Unternehmen Matchmetrics beteiligt, ebenso seit Sommer auch an der Spielerberatungsagentur AKA Global GmbH, die den Wechsel von Sosa vom VfB zu Ajax jüngst für eine Ablösesumme zwischen acht und zehn Millionen Euro einfädelte.