Frankfurt ist schön, Mühltal ist schöner

Hainspitz.  Läuferin Katrin Oelmann aus Hainspitz gewinnt den Saale-Cup 2019. Auch beim Holzlandlauf in Hermsdorf springt das Podium für sie heraus.

Katrin Oelmann kennt auch die harten Läufe, wie bei den Bleiloch-Ultras. (Archivbild)

Katrin Oelmann kennt auch die harten Läufe, wie bei den Bleiloch-Ultras. (Archivbild)

Foto: Alexander Hebenstreit

Dass Katrin Oelmann den Saale-Cup 2019 gewonnen hatte, erfuhr sie, als sie auf dem Siegerpodest beim 43. Holzlandlauf in Hermsdorf stand. „Da gratulierte mir Andreas Häusler für meinen dritten Platz in der Tageswertung. Und er beglückwünschte mich auch für den Gesamtsieg. Ich war im ersten Moment schon etwas überrascht. Ich hatte es gar nicht so auf dem Schirm“, sagte die Ausdauerläuferin des SV Blau-Weiß Bürgel.

Vergangenen Sonntag folgte die offizielle Ehrung. „Ich weiß den Gesamtsieg schon richtig einzuschätzen“, sagte Oelmann. Sie profitierte davon, dass sportlich schnellere Frauen in diesem Jahr aus Jena und der Umgebung nicht die Zahl der Pflichtläufe im Saale-Cup absolvierten und damit nicht in die Wertung kamen. Oelmann war dagegen fünfmal dabei. Sie erfüllte die Vorgabe der Veranstalter der Laufserie. In der Addition ihrer erreichten Ergebnisse kam sie auf die Platzziffer 19. Damit war sie die Beste, obwohl sie nicht einen der fünf Läufe gewann.

Und auch die Namen der beiden Frauen auf den Rängen zwei und drei, Tatjana Jarosch und Katja Brömel, sind bei den Siegerehrungen in den Gesamtwertungen kaum zu hören. „Ich freue mich trotzdem. Es gibt ja das Sprichwort: Wer nicht startet, kann auch nicht gewinnen“, sagte Oelmann. Dass sie in Hermsdorf den Cupsieg perfekt machte, war auch eher zufällig. Ursprünglich hatte sie geplant, den langen Kanten beim Holzlandlauf zu absolvieren. Der war aber nicht Bestandteil des Saale-Cups.

Dass sie dann die elf Kilometer lief und damit einen weiteren Wertungslauf in der Cup-Serie bestritt, lag an ihrem Pensum in der Vorwoche. „Da war ich beim Weidatal-Marathon am Start. Die 22 Kilometer in Hermsdorf wären dann einfach zu viel gewesen. Deshalb hatte ich mich kurzfristig noch umentschieden.“

Wie sich später herausstellte, war das keine schlechte Entscheidung. Denn ohne die Punkte von den elf Kilometern hätte es Oelmann auch nicht in die Gesamtwertung geschafft. Das Sportjahr 2019 war für die junge Frau aus Hainspitz ein sehr gutes – nicht nur wegen ihres Premieren-Erfolges im Saale-Cup. Sie gehörte auch zu den Teilnehmern der siegreichen Vereins-Mixed-Staffel des SV Blau-Weiß Bürgel am 4. Mai beim 11. Schiller-Staffel-Lauf in Rudolstadt und am 15. Juni bei der 9. Saale-Horizontale-Staffel in Jena.

„Läufer sind generell Individualisten. Sie trainieren ja oft allein. Dennoch gibt es mit dem Staffellauf eine Veranstaltungsform, da zählt der Mannschaftsgedanke. Ich bin ein Freund dieser Staffelläufe. Man ist mit anderen Läufern unterwegs. Man bangt mit ihnen. Wenn es am Ende ein gutes Mannschaftsergebnis gibt, ist die Freude viel größer, weil sich ja mehr Läufer freuen.“

2020 wird Katrin Oelmann auch wieder aktiv sein. Dass der Saale-Cup 2020 wieder angeboten wird, stand auf der Kippe. „Ich bin froh, dass die Organisatoren ein Zeichen gesetzt haben und weitermachen. Sicherlich waren die Teilnehmerzahlen bei einigen Wertungsläufen 2018 und 2019 nicht so groß wie in den Jahren davor. Die Gründe, dass Läufer vielleicht den einen oder anderen Lauf auslassen, sind vielfältig. Ich sehe es ja auch bei mir. Ich habe Familie, Haus und Hof. Da ist der Zeitplan oft sehr eng. Diese regionalen Läufe sind aber dennoch eine tolle Sache, weil der Aufwand überschaubar bleibt.“

Katrin Oelmann war auch schon in Frankfurt/Main aktiv. „Da war es schön, keine Frage. Das Wochenende kann man aber zeitlich abhaken. Wenn ich dagegen zum Eisenberger Mühltallauf fahre oder zu einem Lauf nach Jena, brauche ich, wenn es hochkommt, insgesamt vier Stunden mit der An- und mit der Abreise und dann bin ich wieder bei meiner Familie. Das ist schon ein himmelweiter Unterschied.“

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