Nico Hammann: Mit Vollgas und Vollbart zum Klassenerhalt

Antalya.  Nach seiner Verletzung ist Nico Hammann beim Fußball-Drittligisten FC Carl Zeiss Jena wieder fit.

Fit werden für die Rückrunde: Nico Hammann wird hier von Physiotherapeut Fabian Carnarius auf das dritte Testspiel im türkischen Wintertrainingslager in Antalya vorbereitet.

Fit werden für die Rückrunde: Nico Hammann wird hier von Physiotherapeut Fabian Carnarius auf das dritte Testspiel im türkischen Wintertrainingslager in Antalya vorbereitet.

Foto: Peter Hagen

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Nico Hammann ist zurück! In Antalya stand der Mann fürs defensive Mittelfeld bei allen Testspielen des Fußball-Drittligisten FC Carl Zeiss Jena auf dem Platz. Es waren seine ersten Partien seit Anfang Dezember 2019, als sich nach der 0:3-Heimniederlage gegen die SpVgg. Unterhaching muskuläre Probleme einstellten, die ihn komplett außer Gefecht setzten. Jetzt will er wieder der „Anker“ in der Abwehr sein.

Im vergangenen Sommer war Hammann vom Ligakonkurrenten 1. FC Magdeburg nach Jena gekommen und erlebte einen Einstand, den er nie vergessen wird: Der FC Carl Zeiss schoss alle drei Tore und verlor, weil zwei davon im eigenen Kasten landeten. „Gegen Ingolstadt hatten wir gar nicht so schlecht gespielt“, findet er. Das Rückspiel schaute sich Hammann auf der Zuschauertribüne an. Er fuhr privat ins Stadion nach Ingolstadt und wähnte den Favoriten nicht über die ganze Strecke so dominant, wie es das 5:1-Ergebnis vermuten ließ. „Aber wir hatten Fehler gemacht, die Mannschaften wie Ingolstadt gnadenlos ausnutzen.“

Hammann: „Gefühlt jederGegentreffer nach einem Standard“

Stichwort Standards. „Gefühlt kassieren wir jeden Gegentreffer nach einem Standard“, sagt der 31-Jährige, „entweder direkt oder nach erster Abwehr mit dem zweiten Ball.“ Eine Ursache könnte sein, dass Jena nicht die körperlich größte Mannschaft in der Liga hat. „Wenn ein Stefan Kutschke kommt, bringt der eine gewisse Wucht mit“, beschreibt Hammann den Ingolstädter 1,94-Meter-Hünen. An diese Maße kommen beim FC Carl Zeiss nur der Langzeitverletzte Maximilian Rohr mit 1,95 Meter und Dominic Volkmer mit 1,94 Meter heran. Einen anderen Grund erkennt Hammann darin, „dass wir nicht ganz so energisch anlaufen, wie es der Gegner tut“. Daran werde gearbeitet.

Beim Training unter Rico Schmitt laufe jetzt einiges anders. Der gravierendste Unterschied: Niemand kommt zur Ruhe. „Zwischen den Übungen wird nicht gestanden und gewartet, sondern wir sind immer beschäftigt mit lockeren Bewegungen, Dehnungsübungen oder Passspielen. Das war vorher nicht so.“

Hammann wird fit gemacht, um wieder die „Anker“-Rolle einzunehmen. Unter Lukas Kwasniok wurde er eher auf der Sechser-Position eingesetzt, Schmitt sieht ihn lieber hinten in der Dreierkette, meistens halblinks. „Ich bleibe eine Anspielstation, da hat sich nicht viel verändert.“ Der „Anker“ sei halt eine Position nach hinten gerückt. Hammann bleibt zudem der Mann für die Standards.

Gedanken an die Regionalligawerden nicht verschwendet

Der Vertrag mit dem FC Carl Zeiss läuft für Hammann bis 2021 -- für die dritte Liga. Könnte er sich vorstellen, mit in die Regionalliga zu gehen? „Darüber mache ich mir jetzt gar keine Gedanken. Ich gehe davon aus, dass der Klassenerhalt gelingt.“ Anderenfalls würde er jedoch die Regionalliga nicht kategorisch ausschließen. Das Mannschaftsklima im türkischen Trainingscamp sei bestens und jeder auf den Verbleib in der dritten Liga fokussiert. „Niemand leidet unter Lagerkoller, sondern wir sind als Team noch enger zusammengerückt.“

Nico Hammann ist beim FCC der Spieler mit dem kräftigsten Vollbart. „Irgendwann fing ich damit an, dass ich mich nach Siegen nicht rasiert habe.“ Dann kam im Sommer 2015 der Aufstieg mit Magdeburg in die 2. Liga. Um den Bart vernünftig aussehen zu lassen, geht er seither zu einem Barbier in Magdeburg. Keinen anderen lässt er ran. Auch nicht in der Türkei, wo an jeder Ecke Barbier-Shops warten. Der Klassenerhalt könnte schließlich eine Entscheidung um Haaresbreite werden.

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