„Vierte Liga ist kein Thema“: FCC-Spieler Schau will positive Ansätze in Punkte ummünzen

Jena.  Justin Schau sieht sich auf einem guten Weg und hofft, dass es auch beim Fußball-Drittligisten FC Carl Zeiss Jena bald aufwärts geht.

Justin Schau (rechts) im Spiel des FC Carl Zeiss Jena gegen Halles Jonas Nietfeld.

Justin Schau (rechts) im Spiel des FC Carl Zeiss Jena gegen Halles Jonas Nietfeld.

Foto: Tino Zippel

Ein bisschen fühlt er sich aktuell wie das Phantom der Oper. „Das sagen mir viele, die meine Maske sehen“, sagt Justin Schau. Ausgerechnet an seinem 21. Geburtstag, im Spiel gegen Chemnitz, zog er sich einen Gesichtsbruch zu, muss seitdem eine Schutzmaske tragen. Dabei habe er sich extra für ein unauffälligeres Modell entschieden, meint der Kicker des FC Carl Zeiss und schmunzelt. „Ich hätte auch eine mit Totenkopf haben können.“ Solche „Sperenzchen“ gibt es beim talentierten Mittelfeldspieler aber nicht. Überhaupt ist er froh, „wenn ich das Ding wieder los bin. Irgendwie behindert es einen ja doch“.

Peu à peu hat sich Schau in den vergangenen Jahren zur Stammkraft beim Fußball-Drittligisten gemausert. Am Anfang, als der Jenenser nach Lehrjahren bei RB Leipzig und Dynamo Dresden zu den Thüringern 2017 zurückkehrte, habe er sich geärgert, dass er unter dem damaligen Trainer Mark Zimmermann nur zu Kurzeinsätzen kam und vornehmlich in der zweiten Mannschaft spielte.

Das langsame Heranführen an die Profis sei „aus heutiger Sicht aber genau das Richtige“ gewesen. Unter Lukas Kwasniok schaffte er in der vergangenen Saison den Sprung zum Stammspieler und ist es bis heute geblieben – trotz Verletzungspech.

Stimmung nicht im Keller

Schau ist mit seinen 21 Jahren jedenfalls einer, der trotz der miserablen Tabellenlage der Jenaer Hoffnung auf die Zukunft nährt. Und er ist ehrgeizig, hat sich mit 14 Jahren bewusst für den Wechsel von der Saale an die Sportschule von RB entschieden. „Schon damals hatten sie die besseren Bedingungen.“ Und als es hieß, er könne in der U17 bei RB bleiben, werde wegen der Verpflichtung eines Junioren-Nationalspielers auf seiner Position aber kaum spielen, ging er zu Dynamo. „In dem Alter ist Geld nicht alles, da kommt es aufs Spielen an.“

Nun ist er seit zwei Jahren zurück, sagt: „Ich bin auf einem guten Weg.“ Auch im Verein spiele man nach dem Trainerwechsel „besser, aggressiver, zielstrebiger nach vorn“. Aber: „Die Ergebnisse fehlen leider noch.“ Die Stimmung ist dennoch nicht im Keller: „Es wäre schlimm, wenn es so wäre. Wir sagen an keinem Wochenende: Da fahren wir nicht hin, das Ding haben wir eh schon verloren.“ Am Wichtigsten sei es, die positiven Ansätze jetzt in Punkte umzumünzen. Am besten schon am Freitag im Auswärtsspiel gegen Bayern München II.

Und was wäre, wenn die Aufholjagd nicht gelingt, der FC Carl Zeiss am Saisonende, wo sein Vertrag ausläuft, in die Regionalliga absteigt? „Ich will mich mit dem Thema vierte Liga gar nicht beschäftigen.“

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