Köln. Da hat sich Geschichte wiederholt. Wie im Hinspiel gegen Köln wurde Bremens Justin Njinmah in der 66. Minute bei unentschiedenem Spielstand eingewechselt. Und wieder schoss er kurz darauf das Siegtor.

Justin Njinmah sah eigentlich aus wie ein tragischer Held. Auf Krücken und mit einem dicken Eisbeutel um den linken Fuß feierte der Matchwinner von Werder Bremen nach dem 1:0-Sieg in Köln auf dem Platz. Und humpelte danach auch zu den Interviews. Allerdings mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Er habe kurz vor Schluss einen Schlag auf den Fuß bekommen, erzählte der 23-Jährige, „und dann habe ich Eis drauf gemacht, damit nichts dick wird. Aber ich glaube nicht, dass es allzu schlimm ist.“

Die Freude überwog an diesem Freitagabend sowieso die Schmerzen. Zumal die Geschichte sich auf kuriose Weise wiederholte. Im Hinspiel gegen Köln war Njinmah in der 66. Minute beim Stand von 1:1 eingewechselt worden und hatte wenige Sekunden später das Siegtor erzielt. Nun kam er wieder in der 66. Minute, wieder stand es unentschieden und diesmal brauchte der gebürtige Hamburger nur rund drei Minuten länger, um den entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg zu erzielen. An das Hinspiel habe er bei der Einwechslung aber gar nicht gedacht, sagte Trainer Ole Werner: „Aber stimmt, das fällt mir jetzt auch erst auf.“

Der Außenstürmer selbst hatte es dagegen sofort auf dem Schirm. „Es hat ja schon im Hinspiel gegen Köln funktioniert, mit dem ersten Ballkontakt das Tor zu erzielen“, sagte er, wusste aber auch, dass er bei der Szene von einem Missverständnis von zwei Kölnern profitiert hatte. „Es war schon ein sehr krummes Tor. Ich stolpere ihn eher ein bisschen rein“, sagte Njinmah: „Aber solche Spiele, in denen du auch mal mit einem etwas dreckigen Tor gewinnst, musst du ziehen.“

So hat sich Werder mit 13 Punkten Vorsprung auf Rang 16 wohl schon aller Abstiegssorgen entledigt. Und darf angesichts von Rang sieben am Freitagabend sogar ein wenig von der ersten Europacup-Teilnahme seit 14 Jahren träumen. „Ich schaue lieber nach oben als nach unten“, stellte Njinmah dann auch fest. Ob noch mehr möglich sei als Rang sieben? „Wieso nicht? Wir sind im Flow. Wir müssen auf dem Boden bleiben. Aber es macht Spaß aktuell.“ So lassen sich auch die ein oder anderen Schmerzen verkraften.