„Es war ein Kampfspiel“ - FC Carl Zeiss Jena zittert sich in Dachwig ins Halbfinale

Dachwig.  Im Schlamm von Dachwig behauptet sich Carl Zeiss Jena bei Verbandsligist Fahner Höhe mit 2:1

Anton Donkor #11 (FC Carl Zeiss Jena), Artur Machts #22 (FC An der Fahner Höhe) und Christian Heym #21 (FC An der Fahner Höhe)  

Anton Donkor #11 (FC Carl Zeiss Jena), Artur Machts #22 (FC An der Fahner Höhe) und Christian Heym #21 (FC An der Fahner Höhe)  

Foto: Sascha Fromm

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Mit verträumtem Blick und leichtem Kopfschütteln schritt Carlo Preller den „Tatort“ noch einmal ab. Das rechte Hosenbein noch immer zur Hüfte hochgerutscht, vom Bein selbst vor lauter Schlamm nichts mehr zu sehen. Ebensowenig wie vom satten Grün im Stadion seines FC An der Fahner Höhe, das unter dem gestrigen Dauerregen arg gelitten hatte. In der Matschgrube namens Strafraum suchte Preller, der Torjäger des Spitzenreiters der Fußball-Thüringenliga, nach der Erklärung für den Treffer, der ihm diesmal verwehrt geblieben war.

Zwischen der 73. und 77. Minute des Landespokal-Viertelfinalspiels gegen den Drittligisten FC Carl Zeiss Jena hatte der Stürmer des Außenseiters zweimal den Ausgleich auf dem anderen, seinem starken linken Fuß. Zweimal fiel ihm der Ball nach einem Freistoß vor selbigen. Beim ersten Versuch ging sein Geschoss, leicht abgefälscht, um Zentimeter über die Querlatte. Beim zweiten Versuch klärte Jenas Verteidiger Fassnacht im Zweikampf gegen den einschussbereiten Preller. Es sollte die letzte Chance der Gastgeber sein, die seit Tagen selbst mit angepackt hatten, um ihrem Spiel des Jahres einen würdigen Rahmen zu verleihen.

Nach dem knappen 2:1 seiner Elf hatte Jenas Coach Rico Schmitt nur Lob für den Underdog parat: „Fahner Höhe hat eine tolle Truppe. Wenn sie immer so auftreten wie gegen uns, werden sie den Aufstieg in die Oberliga sicher schaffen.“ Zur Leistung seines eigenen Teams sagte Schmitt: „Es war bei dem Wetter natürlich ein Kampfspiel. Wir haben das gut angenommen und uns am Ende durchgewühlt, hätten aber in unseren starken Phasen kaltschnäuziger sein müssen.“

Mit den starken Phasen meinte er die ersten 20 Minuten beider Halbzeiten. Zwar hatte Fahner-Kapitän Artur Machts sein Team im Spielerkreis gegen die drei Klassen höher spielenden Jenaer martialisch eingeschworen („Ich schwöre euch, dieser Kreis hier ist drei Klassen besser als der da drüben, und er wird nicht auseinanderfallen!“), doch schon nach sechs Minuten hatten Eckardts langer Ball und Donkors Querpass die Abwehr des Thüringenligisten seziert. Gabriele traf aber nur den Innenpfosten. Als jedoch Machts gegen Käuper zu spät kam, verwandelte Gabriele den fälligen Strafstoß zum 0:1 (9.).

Acht Minuten später hatte Preller den ersten Riesen für Fahner Höhe, scheiterte nach Hammanns zu kurzem Rückpass aber an Zeiss-Keeper Coppens. Der sah bei Kruses Aufsetzer unglücklich aus – der Ball trudelte zum bejubelten 1:1 ins lange Eck (23.). Bis zur Halbzeit war das Spiel ausgeglichen, weil Fahner das Jenaer Direktspiel giftig unterband. Zweimal war das Drittliga-Schlusslicht dennoch der erneuten Führung nah. Erst traf Donkor das leere Tor nicht (43.), dann parierte Keeper Bresemann gegen Pagliuca (45.).

Nach der Halbzeit drückten wieder die Gäste. Zuvor über links gefährlicher, waren es diesmal Obermair und Maranda, die sich über rechts durchspielten. Marandas flache Eingabe spitzelte Pagliuca zum 1:2 ins Tor (54.). Als sich sein Team Mitte der zweiten Halbzeit wieder ins Spiel gearbeitet hatte, pushte Fahner-Coach Tobias Busse noch einmal an der Seitenlinie: „Gut so, ihr müsst euch nur trauen!“ Doch nach Prellers Doppelchance und cleverer Jenaer Schlussphase haderte er genau damit: „Wir hätten mutiger sein können, da war mehr drin.“

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