Lippner macht nicht weiter

Weimar  Interview der Woche mit Holger Lippner, der das Amt als Vereinsvorsitzender beim HSV Weimar abgibt

Holger Lippner zieht sich beim HSV Weimar zurück.

Holger Lippner zieht sich beim HSV Weimar zurück.

Foto: Privat

Etwas mehr als sechs Jahre war Holger Lippner Vorsitzender des HSV Weimar, dem größten Sportverein in der Goethestadt. Bei der Jahreshauptversammlung am heutigen Mittwoch wird er allerdings nicht zur Wiederwahl antreten. Wir sprachen mit ihm über die Gründe, wie gut der Verein derzeit aufgestellt ist und was sein Nachfolger für den Job so mitbringen muss.

Warum treten Sie nicht mehr als Vereinsvorsitzender zur Wahl an?

Das hat private Gründe. Ich bin beruflich sehr eingespannt und habe einfach nicht mehr die Zeit, die es für die nächsten Monate und Jahre bräuchte.

Haben die anderen Vorstandsmitglieder Verständnis gezeigt?

Ja auf jeden Fall. Ich gehe nicht im Bösen. Und nur weil ich gehe, heißt das nicht, dass der Verein jetzt zugrunde geht. Der Großteil des Vorstandes bleibt ja bestehen.

Gibt es einen Nachfolger?

Es gibt einen Kandidaten, der zur Wahl antritt und ich denke, dass er auch mit großer Mehrheit gewählt wird. Einen Namen will ich aber nicht verraten.

Was muss denn der neue Vereinsvorsitzende mitbringen?

Zu aller erst natürlich Interesse am Sport. Wichtig ist aber auch ein gutes Netzwerk sowie die Kommunikation mit den einzelnen Abteilungen. Aber da ist der Vorstand schon gut dabei und mein Nachfolger hat auf jeden Fall jede Menge Kontakte. Natürlich gilt es auch immer das Verhältnis mit dem Sportamt und der Stadt zu pflegen.

Wie geht es mit Ihnen weiter?

Ich bleibe Vereinsmitglied, mehr aber auch nicht. Ein anderes Amt werde ich nicht bekleiden.

Wie sind die generell mit ihren sechs Jahren Amtszeit zufrieden?

Ich denke, dass wir die gute Arbeit von Karl-Heinz Müller fortgeführt haben und der Verein weiterhin auf sicheren Beinen steht. Finanziell haben wir ein gutes Jahr hinter uns. Es gibt immer Abteilungen, die keine weiteren Mitglieder aufnehmen können. Die Nachwuchsarbeit funktioniert, das zeigt sich unter anderem bei den Basketballern, wo viele Kinder hinzu gekommen sind. Einen Schatten wird natürlich der Missbrauchsfall auf die eigentlich gute Zeit als Vorsitzender werfen. Die Sache macht mich persönlich immer noch sehr betroffen. Seit dem haben wir viele Maßnahmen eingeleitet, damit sowas hoffentlich nicht wieder vorkommt. Dazu werde ich in meiner Rede noch mehr sagen.

Sie meinten, dass Sie nicht mehr die Zeit haben. Was stehen denn im Verein für wichtige Dinge auf dem Plan?

Das größte Projekt ist die Sporthalle für die Turn-Abteilung, die wir schon seit einiger Zeit planen. Dafür braucht es aber viel Geld. Wir haben zwar ein paar Rücklagen, aber das reicht noch nicht. Zudem bekommen wir im Breitensport und bei den Senioren immer mehr Mitglieder. Hierfür müssen wir auch die nötigen Trainer gewinnen.

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