Marina Sosnovska organisiert internationales Fußballturnier in Jena

Vereinsleben: SV Lobeda 77 - Integration durch Fußball. Marina Sosnovska bringt auf Lobedaer Rasen Jugendliche aller Nationen zusammen.

Die gute Seele des SV Lobeda 77: Ohne Marina Sosnovska wäre das 2. Internationale Fußballturnier nicht möglich.  Foto: Katja Schubach

Die gute Seele des SV Lobeda 77: Ohne Marina Sosnovska wäre das 2. Internationale Fußballturnier nicht möglich. Foto: Katja Schubach

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Jena. Marina Sosnovska steht beim SV Lobeda 77 seit mehr als zwei Jahren für gelebte Integration durch Fußball.

Die gebürtige Ukrainerin wohnt seit vielen Jahren in Jena, hat in ihrer Heimat als Lehrerin gearbeitet. Die Arbeit mit Kindern ist ihr in die Wiege gelegt. Und das ist ein Segen für den Lobedaer Fußballverein.

"Wir wollten uns mehr für Integration - vor allem innerhalb des Vereins - engagieren und dafür das Potential in Lobeda nutzen", sagt Vereinsvorsitzender Ronny Artmann.

Da kam das Bürgerarbeitsprojekt finanziert vom Europäischen Sozialfonds zur richtigen Zeit. Denn damit haben die Lobedaer eine hauptamtliche Stelle im Verein schaffen können, die Marina Sosnovska seither mit viel Engagement und Herzblut ausfüllt.

Aktuell verbringt die gebürtige Ukrainerin viel Zeit mit der Planung des zweiten Internationalen Fußballturniers. Denn dieses Turnier ist der Höhepunkt des diesjährigen Jenaer Fairtrade-Projektes. Initiiert von der Stadt Jena und der Jenaer Kinder- und Jugendfußballstiftung.

Anlass ist die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. "Der richtige Zeitpunkt, um Fairtrade und Sport zusammenzudenken", sagt Jenas Stadtentwicklungsdezernent Denis Peisker. 250 Bälle aus Naturkautschuk, hergestellt in Pakistan wollen die Initiatoren in diesen Wochen an Junioren-Fußballteams verteilen.

Der Fußball mit dem speziellen Jena-Design sei für diesen Fairplay-Gedanken das perfekte Symbol, befindet Denis Peisker. Hartmut Beyer, Gründungsvorstand der Stiftung, pflichtet ihm bei.

"Vor allem aber freue ich mich, dass der SV Lobeda 77 das Fußballturnier mit uns ausrichten wird", fügt er hinzu. In dessen Rahmen sollen die letzten Bälle verteilt werden.

Acht Mannschaften werden am 5./6. Juli aus Jena, Erlangen, Frankreich und Polen in Lobeda-West um die begehrten Pokale kämpfen. Die liegen bereits in großen Kartons im Büro von Marina Sosnovska.

Obwohl noch Wochen bleiben, ist die Vorbereitung für das Turnier nahezu abgeschlossen. Der Turnierplan steht, die Verpflegung ausgehandelt und englischsprachige Schiedsrichter sind auch engagiert.

Dabei hat Marina Sosnovska nichts dem Zufall überlassen. "Wenn man ausländische Gäste erwartet, muss man auch an kulturelle Gepflogenheiten denken. Die Fußballer aus Aubervilliers sind Muslime, darauf müssen wir Rücksicht nehmen", sagt Marina Sosnovska. Langeweile wird Marina Sosnovska allerdings nicht überkommen. Denn jeden Tag gilt es, den Vereinsalltag am Laufen zu halten und Ideen umzusetzen. Wie erst im vergangenen Jahr, als sie eine Gruppe asiatischer Freizeitkicker vom Nebenplatz zu einem Spiel in den Verein einlud.

"Wir versuche jeden Tag diesen Verein als Ort der Integration zu gestalten, an dem sich Kinder verschiedener Nationalitäten über den Fußball begegnen", sagt Marina Sosnovska.

Es ist natürlich keine leichte Aufgabe für sie, denn es erfordert viel diplomatisches Geschick, die zahlreichen Mentalitäten und Interessen unter einen Hut zu bekommen.

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