Seit 50 Jahren miteinander verbunden

Struth.  Dauerbrenner: Manfred Rödiger war schon 1970 für die DJK Struth im Einsatz

Früher Spieler und Trainer, heute Platzwart: Manfred Rödiger sorgt dafür, dass die Fußballplätze auf der Anlage der SG DJK Struth/Diedorf stets in einem guten Zustand sind.

Früher Spieler und Trainer, heute Platzwart: Manfred Rödiger sorgt dafür, dass die Fußballplätze auf der Anlage der SG DJK Struth/Diedorf stets in einem guten Zustand sind.

Foto: Bernward Seipel

In diesem Jahr feiert Manfred Rödiger Goldhochzeit – jedenfalls im übertragenen Sinne. Bereits seit 50 Jahren sind der gebürtige Struther und die DJK Struth eng miteinander verbunden. Der 61-Jährige, der aktuell als Platzwart für Ordnung sorgt, war bereits Spieler, Trainer, Betreuer, Fußball-Abteilungsleiter, wirkte im Vorstand mit. „Ein Leben ohne den Verein kann ich mir nicht vorstellen“, sagt der zweifache Familienvater, dessen älterer Sohn Aaron im Jugend- und Herrenbereich als Mittelstürmer für Struther Treffer sorgte.

Arbeit gibt es für Rödiger, der in unmittelbarer Nähe des Sportplatzes aufwuchs und dessen Vater und Onkel ebenfalls bei der DJK kickten, trotzdem immer genug. Runde 20 Stunden pro Woche kümmert er sich gewissenhaft und mit viel Herzblut um die Pflege der zwei Plätze, nimmt Reparaturen am Sporthaus vor, hält die vier Umkleidekabinen und die Trikots der ersten und dritten Herrenmannschaft sauber und sorgt dafür, dass alle Sportgeräte in Ordnung sind.

Bevor Covid-19 den Fußball zum Erliegen brachte, war der emsige Platzwart und Mönchengladbach-Fan nahezu jeden Tag im Einsatz. Aus dem gern gegebenen Versprechen, ein bisschen „auf dem Platz zu helfen“, ist nahezu „ein richtiger Job“ geworden. „Grundsätzlich ist der Begriff Platzwart für ihn zu klein gefasst“, erklärt Norman Wohlfeld, Spieler der ersten Mannschaft und Geschäftsführer sowie Trainer des Internats „Soccer City“: „Er ist vielmehr ein Sportanlagen-Manager.“

Die von Rödiger mit Hingabe umsorgten Plätze seien ganzjährig in einem „Top-Zustand“, zudem versorge er auch die Gästeteams mit Getränken und fülle die Automaten auf. Trotz seines vorbildlichen Engagements sei Röding sehr „demütig und zurückhaltend. Er nimmt sich gar nicht so wichtig, freut sich, anders als andere Platzwarte, die ich erlebt habe, immer sehr darüber, dass ein Trainings- und Spielbetrieb auf den Plätzen stattfindet. Er ist ein großer Freund des runden Leders, was ich persönlich sehr gut finde.“

Seine vielfältigen Aufgaben füllt das DJK-Urgestein, das mit dem DFB-Ehrenamtspreis ausgezeichnet wurde, Tag für Tag auf das Neue mit Herz und Leidenschaft aus. Der Draht zu den Spielern, für die der rührige Rödiger vor den Heimspielen Kaffee kocht, ist eng, die Verbindung gut. Mit dem Platzwart werden nicht nur fußballerische Fachgespräche geführt, der 61-Jährige hat auch stets ein offenes Ohr, wenn es um die privaten Belange der DJK-Jungs geht. „Das Vertrauensverhältnis zu den Spielern ist da“, erklärt er erfreut.

In all den langen Jahren hat der bescheidene Platzwart, der nicht das Rampenlicht der Öffentlichkeit sucht, schon viel erlebt. An die Aufstiege von der Kreisliga bis in die Landesklasse erinnert sich Rödiger gerne: „Außerdem haben wir dreimal in Folge den Kreispokal gewonnen. Das waren tolle Erlebnisse.“ Natürlich hat er sportlich mit seinem Verein nicht nur die sonnigen Seiten erlebt. Häufig ging es auch gegen den Abstieg.

Als Wacker Nordhausen vor einigen Jahren zu Gast war, habe deren damaliger Trainer Jörg Goslar alle Spieler darauf hingewiesen, die DJK-Mitarbeiter mit Respekt zu behandeln. „Das hat mich berührt, denn das ist nicht selbstverständlich“, betont Rödiger. Abends wurde noch gemeinsam gegrillt: „Anschließend haben sich die Nordhäuser noch für die Bewirtung bedankt. Das war eine sehr positive Sache.“

Auch wenn der Verein quasi sein Leben ist – ewig wird Rödiger nicht mehr für die DJK tätig sein. „In naher Zukunft werde ich mich wohl zurückziehen“, sagt der Platzwart. Vorstellen kann man sich das irgendwie nicht – eine so lange Beziehung löst man nicht so einfach auf.