Jugend muss beim 1. SV Pößneck in die Bresche springen

Pößneck  Personalsorgen einen die Pößnecker Volleyballfrauen- und männer. In der Tabelle drückt sich das allerdings völlig verschieden aus.

Während die Damen des 1. SV Pößneck in dieser Saison bereits reichlich Grund zur Freude hatten, plant man bei den Herren bereits mit dem Abstieg in die Bezirksliga.

Während die Damen des 1. SV Pößneck in dieser Saison bereits reichlich Grund zur Freude hatten, plant man bei den Herren bereits mit dem Abstieg in die Bezirksliga.

Foto: Alexander Hebenstreit

Blickt man auf die nackten Zahlen, müsste man meinen, dass die Stimmungslage bei den Männern und Frauen der Volleyballabteilung des 1. SV Pößneck kaum verschiedener sein könnte. Während die Herren der Schöpfung trotz drei Punkten am vergangenen Wochenende abgeschlagen am Tabellenende rangieren, liegen die Damen ungeachtet der Niederlage gegen Bischofferode mit weniger Spielen als die Konkurrenz aussichtsreich im Titelrennen. Schlecht ist die Stimmung bei den Volleyballern deswegen aber nicht. Vielmehr erscheint ein möglicher Abstieg des Herrenteams sogar als Chance für einen Neuanfang.

"„Vielleicht wäre ein Abstieg gar nicht so schlecht, weil dann die jungen Spieler mehr lernen würden.“"

Herrentrainer Jürgen Kühn

Das ist vor allem der personellen Situation geschuldet, denn die Hälfte derer, die gegen den VSV Ebeleben (3:2) und VSC Erfurt (2:3) ans Netz gingen, waren Spieler der Nachwuchsabteilung. „Wir können mit ihrer Leistung zufrieden sein und unter den Umständen waren es wirklich zwei gute Spiele“, sagte Herrentrainer Jürgen Kühn im Anschluss. Gerade die beiden Satzerfolge gegen die Landeshauptstädter (25:10; 25:16) seien überragend gewesen, „aber der Tiebreak ist eben immer auch ein Bisschen Nervensache und da merkt man die geringere Erfahrung“, so Kühn.

Es war bereits die vierte 2:3-Niederlage der Saison und auch im vorangegangenen Match gegen Ebeleben haderte der Trainer, dass es nicht zur vollen Punktausbeute reichte. „Eigentlich haben wir nicht damit gerechnet, dass wir so weit unten stehen würden. Da unten rauszukommen wird ganz schwer“, meint Jürgen Kühn, der aber auch einen Abstieg – mit dem inzwischen geplant wird – etwas gutes Abgewinnen könnte. „Vielleicht wäre das auch gar nicht so schlecht, weil dann gerade die vielen jungen Spieler mehr Einsatzzeiten bekommen und so mehr lernen würden.“

Personelle Probleme kennt auch die Spielertrainerin der Pößnecker Damen, Heike Grosch, zur Genüge. Selbst nicht einsatzbereit musste sie gegen Bischofferode (0:3) und Erfurt Electronic II (3:1) auf zwei Nachwuchsspielerinnen zurückgreifen. „Eine von ihnen spielte mit einer Bandage, sonst hätten wir es gar nicht über die Bühne gebracht“, so die Spielertrainerin. Titelambitionen hegt man trotz der guten Ausgangslage auch deshalb nicht.

„Wir hatten zu viele Abgänge und Verletzte, da brauchen wir nicht nach oben zu schielen. Selbst wenn es sportlich reichen sollte – was ich nicht glaube –, würden wir nicht aufsteigen. Das gibt die personelle Situation einfach nicht her“, erklärt Heike Grosch, die daher auch die Niederlage gegen Bischofferode verschmerzen konnte. In erster Linie geht es in ihren Augen darum, die Saison ordentlich zu Ende zu spielen. Jedenfalls ein Platz in der oberen Tabellenhälfte dürfte dabei als sicher gelten.

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