Eine Steilvorlage für die Karnevalisten in Bleicherode

Bleicherode  Die Bahn beseitigt einen Bahnübergang in Bleicherode – nur eineinhalb Jahre, nachdem der Wasserverband Nordhausen seine Rohre dort besonders tief verlegen musste.

Der Bahnübergang in der Nordhäuser Straße ist verschwunden. Mitarbeiter des Unternehmens Kemna pflastern derzeit den Gehweg neu.

Der Bahnübergang in der Nordhäuser Straße ist verschwunden. Mitarbeiter des Unternehmens Kemna pflastern derzeit den Gehweg neu.

Foto: Kristin Müller

Natürlich, es ist eine gute Nachricht: Die Bahn baut den Bahnübergang in der Nordhäuser Straße zurück. Bleicherode ist damit seinem Ziel wieder einen Schritt näher gerückt, auf der früheren Kalibahntrasse nach Bischofferode einen Radweg zu bauen.

Die aktuellen Bauarbeiten jedoch haben einen faden Beigeschmack, erfolgen sie doch eineinhalb Jahre, nachdem der Wasserverband Nordhausen (WVN) für viel Geld seine Leitungen unter dem Übergang verlegen musste. Den Rückbau zum jetzigen Zeitpunkt nennt WVN-Geschäftsführerin Carmen Lis denn auch „mehr als ärgerlich“. Sie erinnert an das aufwendige Prozedere. Ein Antrag für die Leitungskreuzung habe man stellen müssen, obwohl die Gleise schon seit Jahren nicht mehr genutzt werden. Sodann galt es, hohe technische Anforderungen zu erfüllen: Die Leitung wurde in einer Tiefe von 2,35 Meter verlegt, also 1,10 Meter tiefer als sonst. Wie viel Mehrkosten das mit sich brachte, vermag die Verbands-Geschäftsführerin nicht zu sagen. Dass es allerdings zu einer Kostensteigerung kam, ist unbestritten. Insgesamt seien in dem Abschnitt rund 80.000 Euro verbaut worden. Zum Einsatz kam in jenen Frühsommertagen des Jahres 2017 eine spezielle Bohranlage.

Als diese ausfiel und kein kurzfristiger Ersatz gefunden wurde, man deshalb auf ein Ersatzteil aus den USA warten musste, ärgerte das die anliegenden Geschäftsleute enorm.

Nachdem die Gleise herausgerissen wurden, waren dieser Tage Mitarbeiter des Unternehmens Kemna damit beschäftigt, den Gehweg zu pflastern. Wann auf der weiteren Bahnstrecke gen Bischofferode die Schienen und Schwellen zurückgebaut werden, ist noch offen.

Die Anliegergemeinden hatten schon im Frühjahr signalisiert, dass dies erst geschehen muss, bevor sie die etwa 16 Kilometer lange Strecke für den künftigen Radweg kaufen. Zwei Brücken zwischen Kraja und Lipprechterode und zwischen Kraja und Kleinbodungen wurden schon Anfang Oktober abgerissen.