Gasversorgung

Wie letzten Winter: Top-Ökonomin mahnt Bürger zum Gas sparen

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Deutsche Umwelthilfe klagt gegen LNG-Schiff "Neptune" in Lubmin

Deutsche Umwelthilfe klagt gegen LNG-Schiff "Neptune" in Lubmin

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) klagt beim Bundesverwaltungsgericht gegen den Betrieb des LNG-Terminalschiffs "Neptune" in Lubmin an der Ostsee. Die Betriebsgenehmigung durch das staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern leide an "erheblichen Mängeln", erklärte die DUH. Sie müsse zurückgenommen werden.

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Berlin  Die Speicher füllen sich, die Preise sind gesunken. Doch im Winter könnte Gas wieder knapp werden, warnen Experten. Was dahintersteckt.

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat die Menschen in Deutschland ermahnt, auch im kommenden Winter sparsam zu heizen. "Bei der Gasversorgung kann es durchaus wieder eng werden – trotz der Flüssiggasterminals, die wir gebaut haben", sagte das Mitglied des Sachverständigenrats Wirtschaft im Interview mit unserer Redaktion. "Es gibt ja noch Länder in Europa, die russisches Gas beziehen, und wenn die Versorgung eingestellt würde, müssen wir zu Hilfe eilen. Was für den letzten Winter galt, gilt für diesen Winter auch. Und man kann hoffen, dass es wieder glimpflich abgeht."

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Tatsächlich sind die Gasspeicher in Deutschland bereits zu 90 Prozent gefüllt – Tendenz steigend. Laut einer Verordnung müssen die Speicher am 1. November zu 95 Prozent gefüllt sein. Die Erdgas-Speicherbetreiber gehen davon aus, dass diese gesetzlich vorgeschriebenen Füllstände in diesem Jahr sogar übertroffen werden.

Gaspreise deutlich gefallen – Habeck will Hilfen verlängern

Auch die Preise sind im Laufe des Jahres gefallen. Für Neukunden kostet eine Kilowattstunde Gas derzeit durchschnittlich neun Cent (Stand: 11. August). Deshalb rechnet das Ifo-Institut damit, dass die Gaspreisbremse für den Staat deutlich billiger wird als zunächst angenommen. Die Bundesregierung hatte im Winter 40,3 Milliarden Euro im Wirtschaftsstabilisierungsfonds für die Preisbremse vorgesehen. Nach aktueller Schätzung des Ifo wird sie tatsächlich nur 13,1 Milliarden kosten, wie das Münchner Forschungsinstitut am Mittwoch mitteilte.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will die Energiepreisbremsen dennoch bis Ostern 2024 verlängern. "Die Preisbremsen wirken wie eine Versicherung gegen steigende Preise", sagte der Grünen-Politiker der "Augsburger Allgemeinen" am Donnerstag.

Gasmangel immer noch möglich, meinen Experten

Mit Blick auf den kommenden Winter warnte jedoch auch der Geschäftsführer des Branchenverbandes Initiative Energien Speichern (Ines), Sebastian Bleschke, am Donnerstag laut einer Mitteilung: "Die Gefahr einer Gasmangellage bei kalten Temperaturen besteht weiterhin und wird uns ohne weitere infrastrukturelle Maßnahmen vermutlich noch bis zum Winter 26/27 begleiten." Erst danach könne ein reduzierter Gasverbrauch weitere Maßnahmen überflüssig machen.

Die Wirtschaftsweise Grimm betonte: "Idealerweise wird die Bevölkerung ähnlich sensibilisiert wie im letzten Jahr – und heizt dann auch sparsamer. Ich hoffe, dass viele den Sommer nutzen, um Vorsorge zu treffen. Bei der Energieversorgung ist es für Entwarnung zu früh."