Gesundheit

Neujahrsvorsätze: Mit Fitness-Trackern gegen den Winterspeck

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Berlin  Den inneren Schweinehund besiegen und Abwehrkräfte stärken: Womit geht es am Besten? Günstige Fitness-Armbänder im direkten Vergleich.

Fitness-Tracker - nützliche Begleiter für deine Sport-Routine

Mit Fitness-Tracker lassen sich Sporterfolge einfach messen. Doch worauf sollte man beim Kauf eines Fitness-Trackers achten? Und welche Arten von Wearables gibt es?

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Auch wenn Fitnessstudios und Vereine wegen Corona geschlossen haben, soll das keine Ausrede sein, den Winter auf der Couch zu verbringen. Denn körperliche Inaktivität ist laut einer Studie des Robert Koch-Instituts ein Risikofaktor für Krankheiten wie Adipositas, Diabetes-2 oder Herzerkrankungen, die allesamt wiederum einen schweren Verlauf von Covid-19-Erkrankungen begünstigen können.

Auch für die Weltgesundheitsorganisation WHO gilt Bewegungsmangel als Ursache für gesundheitliche Probleme. Fitness-Tracker sollen dabei helfen, mehr Lust auf Bewegung zu machen. IMTEST, das Verbrauchermagazin der FUNKE Mediengruppe, untersuchte Einsteigerprodukte bis 79 Euro.

Schrittzähler, Workouts: Das können die Fitnesstracker

Schritte zählen: Die Fitness-Tracker aus dem Test zeichnen die zurückgelegten Schritte ihrer Träger auf. Dazu verfügen sie über sogenannte Gyrosensoren, die die Bewegungen erfassen und daraus die zurückgelegten Schritte berechnen. Die Ergebnisse zeigen sie dann direkt auf ihren Displays an.

Ziele setzen: Jedem Tracker lassen sich Ziele vorgeben. So bleibt man etwa stets im Bilde, wie viel von den von der WHO empfohlenen 10.000 Schritten pro Tag, man schon absolviert hat. Bei einigen Modellen ist es zudem möglich, sich ein Wunschgewicht oder eine Strecke als persönliches Ziel zu setzen.

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Aktivitäten aufzeichnen: Wer etwa seine Radtouren oder Läufe „tracken“ möchte, kann seine Fortschritte erkennen. Beispielsweise, ob immer längere Strecken mit mehr Tempo geschafft werden.

Auswerten: Zu jedem Tracker gibt es die passende App beziehungsweise Software. Darüber lassen sich Fitnessziele setzen, die gewonnenen Daten auswerten, Fortschritte kontrollieren – auch werden Auszeichnungen, etwa in Form von digitalen Medaillen vergeben, wenn Tagesziele und andere Vorgaben erreicht werden.

So helfen Fitness-Tracker gesünder zu leben

Kalorien zählen: Anhand körperlicher Daten wie Größe und Gewicht berechnen die Fitness-Tracker den täglichen Grundkalorienumsatz der Aktiven. Wird sich zusätzlich bewegt, „verbrennt“ das zusätzlich „Aktivkalorien“. Die lassen sich ebenso als Währung für die persönliche Fitness einsetzen – wie die Schrittzahl.

Puls messen: Die eingebauten Pulsmesser kontrollieren bei einigen Modellen nicht nur die Herzfrequenz beim Sport, sondern überwachen auf Wunsch auch den ganzen Tag über den Puls. Das lässt Rückschlüsse über Stress, Ruhe- sowie Maximalpuls und andere Faktoren zu.

Schlaf überwachen: Am Handgelenk getragen, überwachen die Fitness-Armbänder die nächtlichen Bewegungen ihrer Besitzer und somit deren Schlaf. Das Ergebnis ist eine Übersicht über die Schlafdauer inklusive Leicht- und Tiefschlafphasen.

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Fitness-Tracker oder Sportuhr: Das sind die Unterschiede

Teurere Exemplare ermitteln per Satellitensignal ziemlich genau die Strecke und errechnen in Kombination mit der Zeit interessante Werte wie Maximal- und Durchschnittsgeschwindigkeit. Nur fehlt allen Billigtrackern aus diesem Testfeld ein solcher GPS-Empfänger. Daher versuchen die Fitnessarmbänder zurückgelegte Strecken durch die Anzahl der absolvierten Schritte zu schätzen. Das gelingt im Test allerdings bei allen Kandidaten eher schlecht als recht.

Im direkten Vergleich mit der Referenz-Sportuhr Garmin Fenix 6 mit GPS-Empfänger, errechnete beispielsweise das Mi Smart Band 5 von Xiaomi statt gelaufenen 8 Kilometern nur 6,46. Die anderen Bänder (bis auf das FitBit Inspire 2, das gar keine Distanz angibt), ermittelten ähnlich abenteuerliche Werte. Bei solchen Abweichungen sind dann Angaben zu Durchschnittsgeschwindigkeit und Sektorenzeiten schlicht nicht zu gebrauchen. Um genauere Werte zu erhalten, muss das Smartphone als GPS-Sender herhalten.

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Weitere Unterschiede zu höherpreisigen Sportwatches: Die Installation von zusätzlichen Apps ist nicht möglich und der Umfang an Funktionen auf das Notwendigste beschränkt. Zudem sind die Displays kleiner und Funktionen wie NFC (zum mobilen Bezahlen) fehlen genau wie Sensoren zur Messung der Sauerstoffsättigung im Blut. Trotzdem: Für den Einstieg sind Modelle wie das Samsung Galaxy Fit2 nicht verkehrt.

Testergebnis: Diese Fitness-Tracker lohnen sich

Für alle die sportlich aktiver werden oder einige Kilos verlieren wollen, ist der Kauf eines Fitness-Trackers eine gute Idee. Denn so bleiben alle wichtigen Parameter stets im Blick. Für seriöse Trainingsauswertung sollte allerdings GPS an Bord sein, das fehlt bei den günstigen Armbändern.

Der IMTEST-Testsieger Samsung Galaxy Fit2 überzeugt vor allem durch seinen verhältnismäßig großen und farbenfrohen Bildschirm. Wer es noch günstiger möchte, kann auch guten Gewissens zum Preis-Leistungs-Sieger Xiaomi Mi Smart Band 5 greifen.

1. Platz: Samsung Galaxy Fit 2

  • Preis: ab 36,-
  • Trotz Minipreis der beste Tracker im Test: Vor allem der im Vergleich große und scharfe Bildschirm ist ein gewichtiger Pluspunkt.
  • Unterstützt sehr viele verschiedene Sportarten.
  • Der große Bildschirm geht zu Lasten des Komforts
  • befriedigend 2,8

2. Platz: Xiaomi Mi Smart Band 5

  • Preis: ab 29,-
  • Erstaunlich funktional trotz des schmalen Preises: Vor allem Sportfunktionen und Akkulaufzeit sind überdurchschnittlich gut.
  • Farbenfroher und scharfer Bildschirm.
  • Schrittzähler zeigt deutlich zu viele Schritte an.
  • befriedigend 2,9

3. Platz: Fitbit Inspire 2

  • Preis: ab 79,-
  • Zwar die beste App im Testfeld, die Konkurrenz bietet allerdings für viel weniger Geld zum Teil deutlich mehr Funktionalität.
  • Aufgeräumte App mit sehr guter Schlafanalyse.
  • Verfügt nur über kleinen schwarz-weiß-Bildschirm.
  • befriedigend 3,2

4. Platz: Medion S3900

  • Preis: ab 49,-
  • Weder in Punkto Sport, Bedienung, Bildschirm oder smarte Funktionen: Überzeugt unterm Strich in keiner Disziplin.
  • Einziger Tracker im Test, der die Sauerstoffsättigung misst.
  • Triste App mit schwacher Aktivitätsauswertung.
  • befriedigend 3,5

5. Platz: Huawei Band 4e

  • Preis: ab 24,-
  • Kein Satellitenortung, keine Herzmessung, trotzdem als Zusatztracker für Laufenthusiasten interessant.
  • Erzeugt am Schuh befestigt Lauftechnikanalysen.
  • Schwächste Ausstattung im Testfeld.
  • ausreichend 3,6

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