Mobilität

Schnelle Autos bleiben trotz Klima- und Corona-Krise beliebt

Berlin.  Die Liebe zu leistungsstarken Autos hält an. Im Durchschnitt hatten die zugelassenen Neuwagen in Deutschland dieses Jahr 166 PS unter der Haube.

Videografik: Brennstoffzellen - Autofahren mit Wasserstoff

Mit Wind und Sonne erzeugter Wasserstoff soll künftig Kohle, Gas und Öl ersetzen - nicht nur in Deutschlands Fabriken, Autos und Flugzeugen, sondern weltweit. Dieses Ziel verfolgt die Bundesregierung mit ihrer Wasserstoffstrategie. Ein Anwendungsgebiet für die Wasserstoff-Technologie sind Brennstoffzellen-Autos.

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Die Bundesbürger stehen auch in der Corona-Krise auf schnelle und leistungsstarke Autos. Die Wagen, die zwischen Januar und Mai in Deutschland zugelassen wurden, hatten im Durchschnitt 166 PS unter der Haube. Schon im vergangenen Jahr betrug die durchschnittliche Motorleistung von Neuwagen 159 PS nach 153 PS im Vorjahr. Beliebt sind vor allem Fahrzeuge vom Typ SUV.

Damit hält der seit Jahrzehnten bestehende Trend zu immer stärker motorisierten Autos in Deutschland an. Dies hat eine Untersuchung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer ergeben. 1990 hatte ein durchschnittlicher Neuwagen in Deutschland 1990 noch 92 PS. Bis zur Finanzmarktkrise 2008 wuchs die durchschnittliche Motorleistung kontinuierlich auf 131 PS.

PS-starke Autos werden voraussichtlich auch künftig das Straßenbild prägen

„Auch nach der Covid-19-Pandemie werden die PS-Zahlen der Pkw-Neuwagen in Deutschland steigen“, prognostiziert der Wirtschaftsprofessor Dudenhöffer. Bei den derzeitig niedrigen Spritpreisen sei der Anreiz gering, „das Auto eine Nummer kleiner zu kaufen“. Zwar würden die Motoren klimafreundlicher, „aber PS-stärkere Autos werden mit hoher Wahrscheinlichkeit unser Straßenbild auch in Zukunft prägen.

Gleichzeitig ist der Anteil der neu zugelassenen Kleinwagen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres weiter von rund 20 auf 18,3 Prozent gesunken. Damit setzt sich eine weitere offenbar typische Reaktion fort: Auch in anderen Krisenzeiten wie der Rezession nach der Wiedervereinigung 1993 und der Eurokrise 2012/13 stiegen die PS-Zahlen der Neufahrzeuge.

Abwrackprämie führte 2009 zu mehr Käufen von Kleinwagen

Den einzigen Rückgang in den vergangenen 30 Jahren gab es laut Dudenhöffer 2009, als die Abwrackprämie den Anteil der Kleinwagen an den Neufahrzeugen auf 34 Prozent hochschnellen ließ und die durchschnittliche Motorleistung auf 118 PS sank. Aber schon im folgenden Jahr war das vorherige Niveau wieder erreicht, und seither geht der PS-Zuwachs Jahr für Jahr weiter.

• Das waren die meistverkauften SUV zwischen Januar und Mai 2020:

Volkswagen Tiguan (23.337)

Volkswagen T-Roc (14.672)

BMW X3 (9841)

Volkswagen T-Cross (9677)

Mercedes-Benz GLC (9046)

SEAT Ateca (8862)

BMW X1 (8461)

Skoda Karoq (8430)

Skoda Kodiaq (8152)

Opel Grandland X (7511)

• Die meistverkauften Sportwagen zwischen Januar und Mai 2020:

BMW Z4 (1563)

Audi TT (697)

Porsche Boxster (694)

Mercedes-Benz GT (210)

Jaguar F-TYPE (176)

Porsche 911 (105)

Audi R8 (74)

BMW i8 (74)

Lamborghini Huracan (46)

Lamborghini Aventador (24)

(Quelle: CAR-Center Automotive Research – Dudenhöffer)

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