Berlin. Plastik ist überall und befindet sich auch im Wasser in Plastikflaschen. Wie viel da tatsächlich drin steckt, zeigt eine neue Studie.

Fünf Gramm Mikroplastik nimmt jeder Mensch pro Woche zu sich, das entspricht in etwa einer Kreditkarte. Doch es gibt eine Art von Plastik, die noch kleiner und nicht weniger gesundheitsschädlich ist: Nanoplastik versteckt sich laut einer neuen Studie vor allem in Trinkwasser aus Plastikflaschen. „Das Nanoplastik gilt als besonders toxisch, weil seine geringere Größe es ihm erleichtert, tief in den menschlichen Körper einzudringen“, erklären Naixin Qia und ihre Kollegen von der Columbia University in New York, die die neue US-Studie erstellten.

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Das Nanoplastik ist sogar so klein – laut des Bundesinstitutes für Risikobewertung sind damit Partikel von weniger als einem Mikrometer Durchmesser gemeint –, dass bisherige Nachweismethoden dazu nur ungenau waren, wie das wissenschaftliche Online-Portal Scinexx berichtet.

Nanoplastik in Trinkwasser aus Plastikflaschen: Mehr als 200.000 Partikel pro Liter

Doch wie die im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ neu veröffentlichten Forschungsergebnisse zeigen, gelang es Qia und ihrem Team nun, mithilfe einer speziellen Forschungsmethode, die Art des Plastiks und das Ausmaß der Verunreinigung von Flaschenwasser genauer festzustellen. Das Team trainierte dafür einen lernfähigen Algorithmus auf das Erkennen von Nanopartikeln aus sieben verschiedenen Kunststoffen. Diesen Algorithmus nutzen die Forschenden, um Tafelwasser in PET-Flaschen von drei verschiedenen in den USA gängigen Herstellern auf Art und Menge des enthaltenen Nanoplastiks zu testen.

Was dabei herauskam, sei laut den Forschenden mehr als erschreckend: Mehr als 200.000 Nanoplastikartikel seien in einem Liter Wasser enthalten. „Das ist zehn- bis hundertmal mehr als nach früheren, primär auf größere Mikropartikel ausgerichteten Schätzungen“, berichtet Qia.

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Neue Studie aus Amerika: Das überrascht bei den Ergebnissen

Anders als man es bei den Wasserflaschen aus PET (Polyethylenterephthalat) vielleicht erwartet hätte, machte diese Art Kunststoff aber nicht den Hauptanteil aus. Stattdessen dominierte Polyamid das Nanoplastik im Wasser. Dieser Kunststoff gelangt wohl über Plastikmembranen in die Wasseraufbereitung. Forscher vermuten, dass neben Polyamid auch andere Sorten wie Polystyrol im Wasser zu finden sind.

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Wie schädlich diese Partikel für den Menschen sind, ist zwar noch nicht abschließend erforscht, aber laut den Forschenden habe Nanoplastik vermutlich die schlimmsten Auswirkungen. Denn: Je kleiner die Partikel sind, desto besser können sie in den Körper gelangen und desto leichter können sie Schäden im menschlichen Gewebe oder in den Zellen verursachen. Wer dieses Risiko nicht eingehen möchte, sollte in Zukunft also vermutlich lieber zur Glasflasche greifen.