Neue Übergriffe von Rechten im Erfurter Stadtzentrum

Nach einer neuerlichen Schlägerei im Erfurter Stadtzentrum hat die Polizei am Mittwoch in den frühen Morgenstunden sechs Tatverdächtige mit einem offenbar rechtsextremen Hintergrund vorübergehend festgenommen. Bei den Auseinandersetzungen wurden nach Angaben der Polizeiinspektion Erfurt eine Frau (24) und ein Mann (25) leicht verletzt.

Erneut kam es in Erfurt zu Übergriffen von Rechten. Archiv-Foto: dapd

Erneut kam es in Erfurt zu Übergriffen von Rechten. Archiv-Foto: dapd

Foto: zgt

Erfurt/Leutenberg. Die "erheblich" alkoholisierten Verdächtigen zwischen 15 und 25 seien dem Umfeld einer gewaltbereiten rechten Gruppierung zuzuordnen. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen aufgenommen.

Erst jüngst hatte ein Überfall von Rechtsradikalen bei einer Vernissage des Kunsthauses in der Erfurter Michaelisstraße Spuren hinterlassen: Mehrere Menschen wurden damals verletzt. Zugleich sind offenbar die Bewohner im Viertel zusammengerückt, wie jetzt Kunsthaus-Leiterin Monique Förster im Gespräch mit TA-Journalistin Birgit Kummer betont hat. Am Donnerstag wird es ein Treffen mit den Anwohnern geben. Initiiert hat dies die AG gegen Rechtsextremismus beim Bürgertisch für Demokratie. Ziel sei es, sich kennenzulernen und sich zu vernetzen.

Für Kunsthaus-Chefin Förster wurden im Zusammenhang mit dem rechtsextremen Überfall Erinnerungen an die 1990er Jahre in Erfurt wach: Damals hätten sie öfter mit rechter Gewalt zu tun gehabt, so die Kunsthaus-Leiterin. Erfurt sei damals "kein gutes Pflaster" gewesen. In jüngerer Zeit hatte es offenbar mehrere Vorkommnisse in den Straßen um das Kunsthaus gegeben, die zwar von den Betroffenen als rechtsextreme Gewalt empfunden worden waren, nicht aber von der Polizei. Dies werde aber bei Polizei jetzt ausgewertet und aufgearbeitet, so Förster.

Am späten Dienstagabend hat die Polizei zudem in Leutenberg bei Saalfeld einen Jugendlichen wegen rechtsextremistischer Äußerungen vorübergehend festgenommen. Nach Zeugenaussagen habe der 16-Jährige "Sieg Heil" gerufen und den Hitlergruß gezeigt, teilte die Polizeiinspektion Saalfeld gestern mit. Gegen den alkoholisierten Jugendlichen werde wegen des Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen ermittelt. Gegen seine beiden Begleiter wurden Platzverweise ausgesprochen, so die Polizei.

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