Hoch über der Gamse thront ein Baumhaus

Rehmen.  Unbekannte bauten auf dem Flächennaturdenkmal Gamsenberg bei Rehmen einen Ausguck

Das Baumhaus auf dem Gamsenberg zwischen Pößneck und Oppurg mit Blick in Richtung Nimritz und Bundesstraße 281.

Das Baumhaus auf dem Gamsenberg zwischen Pößneck und Oppurg mit Blick in Richtung Nimritz und Bundesstraße 281.

Foto: Marcus Cislak

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Auf dem eher schwer zugänglichen Gamsenberg zwischen Oppurg und Pößneck, nahe des Durchflusses der Gamse, erblickt man als Autofahrer von der Bundesstraße 281 ein Baumhäuschen.

Unbekannte erbauten in etwa drei Meter Höhe einen offenen Ausguck mit einem Dach, der in Richtung Nimritz einen weiten Blick bietet. Zu Füßen liegt eine Steilwand. Werden die Bretterbuden in der Regel hinter einem schützenden Blätterdach weitestgehend vor ungebetenen Blicken verborgen erbaut, ist es in der laubfreien Zeit – besonders an so einem prominenten Ort – weithin sichtbar.

Kinder und Jugendliche errichten üblicherweise aus Naturmaterialien solche Häuschen, die zum Spielen einladen. Grund genug mal nachzufragen, wie es rechtlich gesehen um diese aufwendigen Bastelarbeiten steht.

Das Landratsamt des Saale-Orla-Kreises, Fachdienst Bauordnung, gibt folgende Auskunft: „Im Garten im Wohngebiet bedarf die Errichtung eines Baumhauses keiner Baugenehmigung, wenn dieses eine Grundfläche von nicht mehr als zehn Quadratmetern aufweist, dies gilt aber nur im Innenbereich.“ Und weiter: „Demgegenüber Bedarf im Außenbereich die Errichtung eines Baumhauses – am Waldrand, Wald Wanderweg und so weiter – einer Baugenehmigung, egal wie groß.“

„Schutzhütten oder Überdachungen sind im Wald genehmigungspflichtig“, sagt der stellvertretende Leiter des Forstamts Neustadt, Thomas Kratzsch. Das Thema Baumhaus spiele eigentlich keine Rolle. Es sei mehr eine Spieleinrichtung für Kinder, die man eher im heimischen Garten vorfinde, denn im Wald.

Die Errichtung eines Jägerstandes sei übrigens immer baugenehmigungsfrei, ergänzte das Landratsamt.

Der Gamsenberg ist ein ausgewiesenes Flächennaturdenkmal und hat geschützte Landschaftsbestandteile. Es trägt die Bezeichnung SOK0016 und hat eine Fläche von 1,64 Hektar. Der Berg gehört zum Zechsteinverbund, war aus der Unteren Naturschutzbehörde der Landratsamts in Schleiz zu hören. Neben den geologischen Besonderheiten siedelten sich schützenswerte Pflanzen und Tiere dort an.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.