Kommentar: Verzicht auch zum Selbsterhalt

Marco Alles über die Sportstars, die freiwillig finanzielle Einbußen in Kauf nehmen.

Marco Alles.

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Foto: Sascha Fromm

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Die Entwicklung ähnelt dem Schneeballprinzip. Ist der erste Impuls erfolgt, wächst die Bereitschaft in rasantem Tempo. Es vergeht kaum ein Tag, an dem sich Profisportler nicht solidarisch zeigen, großzügige Spenden verkünden und freiwillig finanzielle Einbußen in Kauf nehmen.

Am Montag erklärten sich beispielsweise die Handballer des deutschen Meisters SG Flensburg-Handewitt bereit, bis zum 30. Juni auf 40 Prozent ihres Lohnes zu verzichten. Bei den meisten Fußball-Bundesligisten liegt die Quote zwischen 10 und 30 Prozent.

Die Kicker des FC Barcelona einigten sich nach längerem Hickhack mit ihrem Verein auf die 70-prozentige Kürzung der Bezüge. Schon zuvor waren die Kollegen von Juventus Turin damit einverstanden, sogar vier Monatsgehälter (etwa 90 Millionen Euro) nicht ausgezahlt zu bekommen.

Was nobel erscheint, ist unabdingbar, weil existenziell notwendig. Für die Vereine, deren Angestellte, und nicht zuletzt für die Sportstars selbst. Würden sie auf den letzten vertraglich zugesicherten Euro beharren, wäre es nur eine Frage der Zeit, wann der erste Club die weiße Fahne hisst.

Und was wäre das auch für ein fatales Signal an die Gesellschaft, wenn eine kleine Gruppe privilegierter, junger Menschen die Welt außerhalb ihrer Stadien und Hallen ignoriert? Dort, wo weitaus mehr auf dem Spiel steht als Punkte und Prämien; wo es um die berufliche Zukunft Zehntausender geht – und vor allem: unser aller Gesundheit.

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