Leitartikel: Freiheit der Forschung

Elmar Otto kommentiert: Mitbestimmung darf Hochschulen nicht lähmen.

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Mehr Mitbestimmung der Studenten an den Entscheidungen, die ihre Hochschule betreffen. Warum nicht? Das kann bereichernd sein. Also weshalb sollte man sie außen vor lassen?

Aber natürlich darf diese Form universitärer Demokratie nicht in endlose Debatten ausarten, die die Arbeit der Hochschule an den Rand der Lähmung führen. Insofern ist es ein schmaler Grat zwischen theoretisch Wünschenswertem und praktisch Machbarem.

Hier die richtige Balance zu finden, um die Thüringer Hochschulen im internationalen Wettbewerb weiter konkurrenzfähig zu halten, das wird die Kunst sein, die die rot-rot-grüne Landesregierung nun umsetzen muss.

Es wäre ein großer Fehler, aus falsch verstandenem Ehrgeiz die Professoren so sehr in ihrer Macht zu beschneiden, dass die Universitäten und Fachhochschulen weder Forschung noch Lehre nachkommen können. Dann hätten auch die Studenten das Nachsehen – selbst wenn sie zuvor ein paar eigene Ideen mehr eingebracht hätten.

Auch die Forderung, eine Friedensklausel­, die konkrete Rahmenbedingungen vorgibt, im neuen Hochschulgesetz zu verankern, klingt gut, ist aber zum einen aus ministerieller Sicht rechtlich angreifbar. Zum anderen sind die Hochschulen jetzt bereits oft darauf bedacht, ihre Forschungsgelder auf ethische Maßstäbe abzuklopfen. Und machen wir uns nichts vor: Im Zweifel ist ein für die zivile Nutzung entwickelter Laser leicht militärisch einsetzbar. Wo also wird hier die Grenze gezogen?

Die Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre ist ein hohes Gut. Daran sollte nicht gerüttelt werden.

e.otto@tlz.de

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