Porträt

Bodo Ramelow: Seine beiden Söhne erkrankten an Krebs

Erfurt.  Ramelows Leben hatte Hürden. Er war Legastheniker, sein Vater starb früh, seine Söhne hatten Krebs. Trotzdem kämpfte er sich hoch.

Ramelow: "Habe unbestritten den Regierungsauftrag"

Bei der Landtagswahl am Sonntag konnte Ministerpräsident Bodo Ramelow seine Partei erstmals zur stärksten Kraft führen.

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Bodo Ramelow (Die Linke) und seine Ehefrau Germana Alberti vom Hofe kommen zur Wahlparty der Linken.

Bodo Ramelow (Die Linke) und seine Ehefrau Germana Alberti vom Hofe kommen zur Wahlparty der Linken.

Foto: Martin Schutt / dpa

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B odo Ramelows Karriere kannte stets nur eine Richtung: nach oben. Viermal trat er zu Landtagswahlen in Thüringen an, viermal steigerte er das Ergebnis. Der 63-Jährige ist nicht nur der erste Ministerpräsident der Linkspartei, erstmalig machte er nun Die Linke in einem Bundesland zur stärksten Kraft.

In die Wiege gelegt war Ramelows politische Karriere nicht zwingend. Geboren wurde Ramelow als Sohn einer studierten Hauswirtschaftsleiterin und und eines Kaufmanns im niedersächsischen Osterholz-Scharmbeck. Seine Mutter ist eine Nachfahrin des Theologin Johann Philipp Fresenius.

Bodo Ramelow: Legastheniker, Gewerkschafter, Politiker

Als Legastheniker legte er den Hauptschulabschluss ab und absolvierte eine Lehre bei Karstadt. Die Mittlere Reife und die Fachhochschulreife holte er nach. In Mittelhessen war Ramelow neun Jahre lang als Gewerkschaftssekretär tätig.

Mit dem Ende der DDR zog es Ramelow nach Thüringen, um als Landesvorsitzender die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen mitaufzubauen. 1999 trat er der PDS bei und wurde in den thüringischen Landtag gewählt.

Ramelow führte Verhandlungen zur Neugründung der Linken

Fünf Jahre später kandidierte er als Spitzenkandidat der PDS und holte 26,1 Prozent der Stimmen. Statt in den Erfurter Landtag zog es Ramelow aber nach Berlin: 2005 holte er ein Bundestagsmandat und führte die Verhandlungen zur Parteineugründung zwischen der Linkspartei und der WASG-Partei (Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit).

Nach einer Legislaturperiode kehrte Ramelow nach Thüringen zurück – und steigerte seine Wahlergebnisse im Jahr 2009 auf 27,4 Prozent und schließlich auf 28,2 Prozent im Jahr 2014. Damit wurde Ramelow zum ersten Ministerpräsidenten der Linken – erstmalig gab es in einem Bundesland eine Regierung von Linken, SPD und Grünen.

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Ramelows beiden Söhne erkrankten an Krebs

So steil sein politischer Aufstieg war, so steinig war sein persönlicher Lebensweg. Als Ramelow acht Jahre alt war, starb sein Vater an den Folgen einer Kriegsverletzung. Seine erwachsenen Söhne aus erster Ehe erkrankten beide an Krebs, wie Ramelow in einem Interview mit der „Bunten“ sagte.

Bei seinem heute 30-jährigen Sohn wurde Leukämie diagnostiziert, Ramelow spendete Blutplasma, sein Sohn überlebte. Bei seinem zweiten Sohn wurde Krebs im Bauchbereich diagnostiziert, auch er konnte geheilt werden – für Ramelow sei das der Moment gewesen, wo er wieder in die Kirche eingetreten sei, sagte er der „Bunten“.

Verheiratet ist Ramelow seit 13 Jahren in dritter Ehe mit der Italienerin Germana Alberti vom Hofe. Mit der 56-Jährigen und seinem Jack-Russell-Terrier Attila lebt Ramelow in Erfurt.

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