Bundesanwaltschaft

Abgeschoben aus der Türkei: Rückkehrerin in U-Haft

Karlsruhe.  Von den zwei Frauen, die die Türkei am Freitag nach Deutschland abschob, ist eine festgenommen worden. Sie soll IS-Anhängerin sein.

Ein Polizist steht in einem Flughafen. In Frankfurt war am Freitag eine aus der Türkei abgeschobene mutmaßliche IS-Anhängerin direkt nach ihrer Landung festgenommen worden.

Ein Polizist steht in einem Flughafen. In Frankfurt war am Freitag eine aus der Türkei abgeschobene mutmaßliche IS-Anhängerin direkt nach ihrer Landung festgenommen worden.

Foto: Ole Spata / dpa

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Sie war gerade in Frankfurt gelandet, da kam schon die Polizei: Die Bundesanwaltschaft hat eine mutmaßliche IS-Anhängerin bei ihrer Einreise nach Deutschland am Freitagabend festgenommen. Sie sitzt nun in Untersuchungshaft.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wirft der Deutschen laut einer Mitteilung vom Samstag unter anderem Mitgliedschaft in der ausländischen terroristischen Vereinigung Islamischer Staat (IS) vor. Am Samstagnachmittag erließ der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs schließlich Haftbefehl gegen Nasim A. Es bestehe dringender Tatverdacht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur lebte die in Hannover geborene Frau zuletzt in Hessen.

Sie war eine der zwei von der Türkei abgeschobenen Frauen, die am Freitagabend auf dem Frankfurter Flughafen mit einem Linienflug angekommen waren. Aus Sicherheitskreisen hieß es, Beamte des Bundeskriminalamts seien an Bord gewesen.

IS soll der Verdächtigen monatlich Geld überwiesen haben

Die Bundesanwaltschaft beschuldigt Nassim A., Ende 2014 nach Syrien gereist zu sein, um im Herrschaftsgebiet des IS zu leben. Dort habe sie spätestens Anfang 2015 einen IS-Kämpfer geheiratet, mit dem sie in den Irak gezogen sei. Beide sollen in einem vom IS zur Verfügung gestellten Haus gelebt haben. Die Frau habe den Haushalt verrichtet, damit sich ihr Mann uneingeschränkt dem IS zur Verfügung stellen konnte.

Mutmaßliche IS-Familie in Berlin gelandet

Die Verdächtige habe 100 US-Dollar im Monat vom IS erhalten und sei im Besitz eines Sturmgewehrs gewesen. Später seien die Beschuldigte und ihr Ehemann nach Syrien umgezogen, Anfang 2019 wurde sie von kurdischen Sicherheitskräften in Gewahrsam genommen.

Die Frau soll noch am Samstag dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt werden, der über den Erlass eines Haftbefehls und den Vollzug der Untersuchungshaft zu entscheiden hat.

Schon zuvor hatte die Türkei mehrere Menschen abgeschoben, die mit dem IS oder dem salafistischen Milieu in Verbindung gebracht werden. Viele fragen sich nun, wie gefährlich diese IS-Rückkehrer für Deutschland sind.

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar: Die Gefahr von Rückkehrern hat die Politik bewusst verdrängt

(dpa/cho)

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