Todesfall

Früherer US-Außenminister Colin Powell an Covid-19 gestorben

Dirk Hautkapp
| Lesedauer: 2 Minuten
Der ehemalige US-Außenminister Colin Powell.

Der ehemalige US-Außenminister Colin Powell.

Foto: Alex Edelman / AFP

Washington.  Der Ex-US-Außenminister Colin Powell ist an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Der pensionierte General wurde 84 Jahre alt.

Trotz doppelter Impfung ist der frühere amerikanische Außenminister Colin Powell im Alter von 84 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Das teilte seine Familie am Montag auf Facebook mit und erklärte: "Wir haben einen bemerkenswerten und liebevollen Ehemann, Vater und Großvater und einen großen Amerikaner verloren."

Dem Vernehmen nach wurde der erste Schwarze an der Spitze des State Departements (2001 bis 2005 unter Präsident George W. Bush) bis zuletzt im Militär-Krankenhaus Walter Reed vor den Toren der Hauptstadt Washington behandelt. Über Details seines Krankheitsverlaufs wurde bislang nichts bekannt. Mit Colin Powell verlieren die USA einen ihrer prominentesten Afro-Amerikaner.

Colin Powell brachte es ganz nach oben

Der in New York als Sohn jamaikanischer Einwanderer geborene Powell brachte es mit harter Arbeit, Talent, diplomatischem Geschick und Sinn für das richtige "Timing" ganz nach oben. Er kämpfte für sein Land in Vietnam und wurde gegen Ende der Präsidentschaft Ronald Reagans der erste schwarze Nationale Sicherheitsberater der USA.

Später stieg er unter Bush, dem Älteren, zu Zeiten des Golfkriegs 1991 zum Generalstabschef auf. 1993 verließ er das Militär. Powell war zur Mitte der 90er Jahre so populär, dass ihm sogar Chancen eingeräumt wurden, lange vor Barack Obama der erste schwarze US-Präsident werden zu können. 2001 wurde er Außenminister im Kabinett von George W. Bush, wo er letztlich zwischen Vize-Präsident Dick Cheney und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zerrieben wurde. Seine Beliebtheit nahm irreparabel Schaden, als er 2003 vor den Vereinten Nationen in New York in einer einer historischen Sitzung zur Begründung für den Einmarsch der USA im Irak eine glasklare Lüge präsentierte: Massenvernichtungswaffen, wie sie Bagdad damals angedichtet wurden, existierten nicht.

In den Jahren danach erklärte der sich selbst oft als "Problemlöser" bezeichnende Powell mehrfach, dass diese Desinformation der Weltöffentlichkeit ein "Fleck" in seiner Vita sei. Colin Powell, zeitlebens parteiunabhängig gewesen, war ein wortmächtiger Kritiker Donald Trumps und warb im vergangenen Jahr massiv für die Wahl des Demokraten Joe Biden.