Rechtsterrorismus

Gedenk-Orte für Opfer von Hanau zerstört - Ermittlungen

Köln/Frankfurt.  Unbekannte haben Gedenkorte für Opfer des rassistischen Anschlags von Hanau geschändet. Plakate wurden mit Hakenkreuzen beschmiert.

Der rassistische Anschlag von Hanau

Vor einem Jahr erschießt ein 43-Jähriger im hessischen Hanau zehn Menschen. Ein 24-seitiges Pamphlet, das der Täter vor dem Anschlag veröffentlicht, lässt keine Zweifel am rassistischen Motiv der Tat.

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Nach dem Jahrestag des rassistischen Anschlags von Hanau haben Unbekannte in mindestens zwei deutschen Städten Gedenkorte und -plakate geschändet. Die Polizei ermittelt.

Im Kölner Stadtteil Rodenkirchen zerstörten Unbekannte in der Nacht von Samstag auf Sonntag einen Gedenkort für die Opfer des Anschlags am 19. Februar 2020. Sie rissen Folien mit Namen und Bildern der Opfer ab.

Die Polizei Köln bestätigte den Vorfall, nachdem zunächst der Kreisverband der Jusos berichtet hatte. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung, allerdings werde der Staatsschutz hinzugezogen, hieß es.

Anschlag von Hanau: Hakenkreuze auf Gedenkplakaten

In Frankfurt beschmierten Unbekannte zwei Gedenkplakate für die Opfer des Anschlags von Hanau mit Hakenkreuzen. Die Kreuze seien spiegelverkehrt vermutlich mit einem dicken Filzschreiber auf die Plakate gemalt worden, teilte die Polizei mit. Auch dort ermittelt der Staatsschutz.

Am Freitag war bei einer Veranstaltung in Hanau mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) der Toten gedacht worden.

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Der Anschlag in Hanau geschah am Abend des 19. Februar 2020. Der 43-jährige Deutsche Tobias R. erschoss neun Menschen an mehreren Orten in der hessischen Stadt Hanau, bevor er mutmaßlich seine Mutter tötete und anschließend sich selbst. Zuvor hatte er Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht.

(amw/dpa)