Osten holt bei Wirtschaftskraft und Einkommen auf

Berlin  Die ostdeutschen Bundesländer haben nach Medienberichten in den vergangenen Jahren wirtschaftlich deutlich aufgeholt. Das soll aus dem neuen Jahresbericht der Bundesregierung zur Deutschen Einheit hervorgehen.

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Foto: Marco Kneise

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„Die Wirtschaftskraft Ostdeutschlands ist von 43 Prozent im Jahr 1990 auf 75 Prozent des westdeutschen Niveaus im Jahr 2018 gestiegen und entspricht damit nahezu dem Durchschnitt der Europäischen Union“, heißt es im neuen Jahresbericht der Bundesregierung zur Deutschen Einheit, aus dem das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) und das „Handelsblatt“ zitieren. Im Jahresbericht von vor einem Jahr hatte es mit Blick auf 2017 noch geheißen, die Wirtschaftskraft verharre mit 73,2 Prozent in etwa auf dem Vorjahresniveau. Über den neuen Bericht will das Bundeskabinett kommenden Mittwoch beraten.

Einkommen bei 85 Prozent des West-Niveaus

Löhne, Gehälter und verfügbare private Einkommen erreichen den Berichten zufolge inzwischen etwa 85 Prozent des westdeutschen Niveaus. Der Abstand sei noch geringer, wenn man die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten in Ost und West berücksichtige, hieß es.

Die Regierung zieht laut RND-Bericht eine positive Bilanz der Entwicklung nach 1989: „Das Zusammenwachsen Deutschlands und die Angleichung der Lebensverhältnisse sind seither weit vorangekommen.“ Belastet sei der Osten durch die zurückliegende Abwanderung vor allem junger Menschen sowie den Geburtenrückgang der 1990er Jahre.

Kritik von Linkspartei

Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte den Bericht als „einzige Lobhudelei“. „Natürlich ist viel geleistet worden, von Ost- und Westdeutschen“, sagte Bartsch dem RND. „Aber dass nach 30 Jahren Ostdeutsche weiterhin länger arbeiten müssen und dafür weniger Geld bekommen, ist eine von vielen nicht akzeptablen Fakten. Es bleibt viel zu tun.“

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