Kommentar

Weihnachten in der Corona-Pandemie: Bitte Augenmaß zum Fest

Berlin.  Wie wird in diesem Jahr Weihnachten gefeiert? Beim Thema Corona braucht es gerade zum Fest Augenmaß, meint Kommentator Jörg Quoos.

Von der Leyen: "Dieses Weihnachten wird anders"

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stimmt die Bürger der Gemeinschaft angesichts der Corona-Pandemie auf ein «sehr anderes Weihnachten" ein. Europa stecke mitten in der zweiten Corona-Welle und der Ausgang der Krise hänge von jedem einzelnen ab, sagte von der Leyen.

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Schriller die Glocken nie klangen – ausgerechnet kurz vor unserem wichtigsten Fest . Wie – und unter welchen Bedingungen – dürfen die besinnlichen Stunden in der Familie begangen werden? Diese zutiefst private Frage wird jetzt in der breiten Öffentlichkeit diskutiert. Der Wirbel um Äußerungen von Friedrich Merz ist besonders groß. Er sagt: „Es geht den Staat nichts an, wie ich mit meiner Familie Weihnachten feiere.“

Das Zitat ist zwar mutig für einen Politiker, der in der Corona-Krise öffentlich wie privat Vorbild sein muss. Aber der Bauchpolitiker Merz spricht sicher vielen Deutschen aus der Seele. Nicht weil sie wilde Corona-Partys unterm Tannenbaum planen. Sondern weil sie es als etwas übergriffig empfinden, wenn schon jetzt das Weihnachtsessen infrage gestellt wird.

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Weihnachten in der Corona-Pandemie: Es braucht Augenmaß bei den Regeln

Dürfen Oma und Opa zum Fest die Enkel sehen? Das fragen sich sicher viele Familien, die hin- und hergerissen sind zwischen Sorge um die körperliche, aber auch um die seelische Gesundheit ihrer Lieben. Dass dabei verantwortlich entschieden wird, sollte die Politik einmal annehmen. Kein Mensch will sich am Fest der Liebe schuldig machen und mit Aerosol-Wolken aus der Blockflöte Tante Gerda auf die Intensivstation bringen.

Daher ist es kontraproduktiv, wenn der Staat zu apodiktisch Regeln zum Fest vorschreiben will. Pandemisch gesehen wäre es ohnehin effektiver, zuerst das vorglühende Partyvolk vom Spätkiosk nach Hause zu schicken.

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Und plausibel sollte es bitte auch bleiben. Denn es wäre schon absurd, wenn wir im ICE oder bei Easyjet Schulter an Schulter mit Oma, Tanten und Enkeln völlig regelkonform Weihnachten feiern dürften – und daheim gilt es als pandemisches Harakiri. Beim Thema Corona braucht es gerade zu Weihnachten Augenmaß . Dann gehen die Bürger auch geduldig ins nächste Corona-Jahr.

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