Erfurt Nords Heimfluch hält weiter an

Sebastian Fernschild
| Lesedauer: 3 Minuten
Für Niklas Kliem (in Weiß) war es kein guter Samstagnachmittag. Er und seine Jungs von Erfurt Nord verloren gegen Eintracht Sondershausen 2:3.

Für Niklas Kliem (in Weiß) war es kein guter Samstagnachmittag. Er und seine Jungs von Erfurt Nord verloren gegen Eintracht Sondershausen 2:3.

Foto: Sebastian Fernschild

Erfurt.  Fußball-Thüringenliga: Erfurt Nord verliert auch gegen Eintracht Sonderhausen zu Hause 2:3. Beide Eckermann-Tore reichen nicht aus…

Stinksauer war er. Christian Stieglitz hatte kaum positive Worte nach dem 2:3 des FC Erfurt Nord gegen Eintracht Sondershausen. Es ist die dritte Niederlage im dritten Heimspiel. Von einem Fluch aber will der Nord-Trainer nicht sprechen. „Alle drei Gegentore passieren durch individuelle Fehler. Das kann nicht sein. Tore passieren meist durch Fehler, aber so darf es einfach nicht sein. Heimfluch hin oder her, wir haben verloren und Sondershausen gewonnen. Was anderes zählt nicht“, sagte Stieglitz im Stechschritt Richtung Kabine.

Zuvor hatte er seine Jungs noch auf dem Kunstrasenplatz an der Grunbenstraße zusammengetrommelt und das Spiel minutenlang ausgewertet. Es wurde mitunter laut und die Enttäuschung, gar Frust machte sich nicht nur beim Trainer breit.

Dabei begann das Spiel für die Gastgeber nicht schlecht. Zwar waren die Sondershäuser in den Anfangsminuten das leicht bessere Team, das Tor aber machte Nord. Nach einem Doppelpass war Sondershausens Hintermannschaft außer Gefecht gesetzt und Tobias Eckermann stocherte die Kugel rein. Zu dem Zeitpunkt war Sondershausens Trainer Axel Duft stinksauer. Aber die Gäste kamen zurück. Nach einer Ecke köpfte Marcel Börold das Ding aufs Tor. Der Ball kam zu ihm zurück und sein wuchtiger Schuss war drin. Kurz vor der Pause hatte Sondershausen noch weitere gute Möglichkeiten, was aber Erfurt zu verhindern wusste.

Nach dem Wechsel hatten wieder die Gäste etwas mehr vom Spiel, vor allem in puncto Ballbesitz. In der 54. Minute dann das 1:2. Teubner ließ den Ball abklatschen, die Nordler spekulierten auf Offensivfoul und stellten das Fußballspielen ein, so dass der Sondershäuser sich nur zu drehen brauchten und einschob. „Das war einer dieser Fehler, die einen verrückt machen. Da muss weitergespielt werden“, so Stieglitzweiter.

Nord aber kämpfte, die Fouls und Nicklichkeiten nahmen zu, was dem Spiel nicht unbedingt gut tat. Als Alexander Ost die große Chance aus fünf Metern auf den Ausgleich hatte, wussten die Hausherren spätestens, dass was möglich ist. Als dann Andy Pham eingewechselt wurde und er lauthals seine Jungs anfeuerte, kamen die fehlenden fünf Prozent. Dann war es wieder Eckermann, der einen Freistoß mit feinem Fuß ins Eck beförderte - Ausgleich und noch gut 20 Minuten zu spielen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Hausherren das Momentum auf ihrer Seite, auch wenn wirklich zwingende Chancen nicht heraussprangen. Sondershausen blieb immer hellwach und unbequem, womit die Nordler gefühlt nie zurechtkamen und sich entweder in Diskussionen oder Fouls verstrickten. Der Nackenschlag dann in der 83. Minute, als Sondershausens Joker Unhurian per Kopf das 2:3 machte. Stieglitz stand an der Seitenlinie fast wie versteinert. Stoisch nahm er den Treffer hin und befand hinterher: „Da muss unser Torwart schneller reagieren. Dieses Tor war auch so unnötig. Wir dürfen dieses Spiel nicht verlieren. Sondershausen war nicht besser als wir.“

Damit zieht Sondershausen an Erfurt Nord in der Tabellen vorbei und hinterlässt bei den Gastgeber ein frustriertes Wochenende.