THC-Handballerinnen starten mit Sieg ins neue Jahr

Ungefährdet gewinnt der Thüringer HC seine Auftaktpartie gegen Halle-Neustadt 34:17 (16:7) und verschafft sich Selbstvertrauen.

Im Verbund stoppen Josefine Huber (links) und Marketa Jerabkova Halles Lea Gruber. In der Deckung legte der THC den Grundstein für den ungefährdeten Sieg.

Im Verbund stoppen Josefine Huber (links) und Marketa Jerabkova Halles Lea Gruber. In der Deckung legte der THC den Grundstein für den ungefährdeten Sieg.

Foto: Christian Heilwagen

Bad Langensalza. Die Handballerinnen des Thüringer HC gehen mit Rückenwind ins Spieljahr 2021. Zum Auftakt des zweiten Saisonteils ließen die THC-Frauen den Worten von Trainer Herbert Müller am Samstagabend Taten folgen. Beim 34:17 (16:7) landeten sie gegen Halle-Neustadt den erhofften und geforderten Sieg.

„Ich bin sehr froh. Die Mannschaft hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Das Ergebnis ist mehr als wir erwarten konnten. Ein super Start ins neue Jahr“, freute sich Herbert Müller angesichts des deutlichen Resultates. „Wir sind so ein bisschen wie eine Wundertüte.“ Die Abwehrleistung hob der Coach dabei hervor, besonders auch Torhüterin Marie Davidsen, zeigte sich in Summe ebenso mit der Offensive zufrieden. Darauf ließe sich aufbauen, sagte er mit Blick auf den Mittwoch. Dann ist Bensheim/Auerbach in der Salzahalle zu Gast.

Ob Ina Großmann dann mitwirken kann, ist offen. Die Außenspielerin musste in der 45. Minute verletzt ausgewechselt werden. Sie hielt sich zunächst schmerzverzerrt das Knie. „Wir müssen warten“, sagte Herbert Müller. Ein Ausfall träfe das Team hart.

„Jetzt zählen nur Siege“, unterstrich Manager Maik Schenk vor Anpfiff noch einmal die Maßgabe an die Mannschaft, über neue Erfolgserlebnisse daran anzuknüpfen, wie sie den Saisonbeginn gestaltet hatte. Mit 11:1 Punkten nach den ersten sechs Partien untersetzten die Thüringerinnen ihre Anwartschaft auf einen internationalen Startplatz, verloren später jedoch mit vier Niederlagen nicht nur an Boden in der Meisterschaft, sondern auch die spielerische Sicherheit. „Diese Leichtigkeit, die brauchen wir wieder“, sagte Schenk. In der Hoffnung, dass sich das 30:36 gegen Dortmund kurz nach Weihnachten nicht noch tiefer in die Köpfe gesetzt hat.

Der THC-Geschäftsführer durfte zumindest erwartungsfroh zusehen, dass sich das Spiel gegen den Neuling aus Halle in den erhofften Bahnen zu entwickeln schien. Mühelos setzten sich die Einheimischen auf 5:0 ab. Ina Großmann, die diesmal auf Linksaußen begann, drehte auf und durfte sich über drei Treffer in den ersten sieben Minuten freuen.

Die Gäste fanden überhaupt nicht ins Spiel, agierten unsicher. Wenn sie durchkamen, scheiterten sie an Marie Davidsen im THC-Tor. Die Norwegerin hielt zudem einen Siebenmeter.

Die THC-Frauen waren auf Kurs, passten sich in der Folge aber dem Spiel der Gäste an, agierten umständlich – und ließen beste Chancen liegen. Fünf Minuten vergingen, ehe Emma Ekenman-Fernis auf 6:0 erhöhte. Am Ende war die Schwedin mit acht Toren beste Werferin bei den Gastgebern. Für Halle war Ceilie Woller mit fünf Tore am erfolgreichsten.

Dass es die Thüringerinnen verpassten, in dieser Phase Souveränität auszustrahlen, hätte sich in einem anderen Duell unter Umständen gerächt. Beim Jahresauftakt führte es dazu, dass der Aufsteiger zwar etwas auf- und kurzzeitig herankam, die Thüringerinnen aber auch in der Folge nicht ernsthaft gefährden konnte. Kerstin Kündig setzte mit gelungener Körpertäuschung und energisch schnellem Zug durch Halles Abwehr zum 16:7 den sehenswerten Schlusspunkt der ersten Hälfte.

Das Polster gab dem THC-Team allerdings nicht immer die Sicherheit, die sich Trainer Herbert Müller gewünscht hatte. Mehrfach machte er seinem Ärger Luft, wenn seine Spielerinnen in alte Muster verfielen, ohne Tempo ihre Angriffe aufbauten und Halles guter Torfrau Anica Gudelj die Bälle maßgerecht servierte. „Ich will aber nicht das Haar in der Suppe suchen“, sagte Müller. Er hob die vielen positiven Seiten hervor und die zum Teil schönen Tore.

Dass der Thüringer Sieg ungefährdet blieb, fußte auf der durchwweg soliden Abwehrarbeit. Die Wurfschwäche der Gäste leistete Hilfestellung. Von vier Siebenmetern verwandelten sie einen, trafen noch etwa ein halbes Dutzend Mal das Holz. Die 17 Tore sprachen Bände.

Dagegen schaffte es der THC mit 34 Toren auf eine standesgemäße Ausbeute. Krampf war dabei, der Kampf aber zahlte sich aus. "Ich mehr als hoch zufrieden", sagte Herbert Müller.