Landessportbund Thüringen sieht Breitensport gefährdet

Erfurt/Berlin.  Die Corona-Einschränkungen für den Sportbetrieb in Thüringen gelten auch im Dezember. Die Auswirkungen seien noch nicht absehbar.

Jena 02112020 Fußball Stadion FC Carl Zeiss Jena Sperrung Ernst-Abbe-Sportfeld wegen Corona-Lockdown

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Foto: Tino Zippel

Der Sport bleibt wie erwartet mindestens bis Weihnachten im Teil-Lockdown und darf auch nach den Feiertagen nicht auf schnelle Lockerungen der Corona-Regelungen hoffen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Die Profi-Ligen dürfen in diesem Jahr somit nicht mehr auf die Rückkehr von Zuschauern in die Stadien und Hallen hoffen, ihren Spielbetrieb mit Geisterspielen aber zumindest fortsetzen. Der Amateur- und Breitensport bleibt weiter mit wenigen Ausnahmen untersagt.

Für Millionen Sportler bedeutet dies einen weitgehenden Stillstand bis ins nächste Jahr hinein. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sieht deshalb „die Gefahr von massiven und teilweise irreparablen Schäden an unserem Sportsystem“. DOSB-Chef Alfons Hörmann (60) hatte aus diesem Grund zuletzt verstärkt für flexiblere Lösungen je nach Region und Sportart geworben – vergebens, obwohl der steile Anstieg der Corona-Fallzahlen in Deutschland vorerst gestoppt wurde. Die Frage ist nun, wie die Maßnahmen im verlängerten Teil-Lockdown in den Ländern konkret umgesetzt werden.

Thomas Zirkel, Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Thüringen, erklärt: „Es sind vor allem wieder die Breitensportvereine in aller Härte durch den Lockdown betroffen. Wir sind uns aber der Gratwanderung sehr bewusst, welche die Entscheidungsträger aktuell zu vollführen haben. Gerade für Kinder und Jugendliche sollte der Sport schnellstmöglich in der jetzigen schwierigen Situation ein wichtiger Halt sowie ein Beitrag zu ihrer Gesundheitsförderung sein.“

Es sei zu befürchten, dass die gesundheitlichen Konsequenzen der wochenlangen Inaktivität derzeit noch gar nicht absehbar seien; genauso werde der Nachwuchsleistungssport die Auswirkungen erst zeitversetzt spüren, so Zirkel.

Wintersport-Verbände wehren sich gegen europaweites Skiverbot

In einem Offenen Brief an die Politik haben sich derweil die deutschen Wintersport-Verbände vehement gegen ein aktuell diskutiertes europaweites Skiverbot ausgesprochen. Für so ein Verbot fehle bis jetzt die inhaltliche Auseinandersetzung mit den detaillierten Hygiene- und Schutzmaßnahmen der Wintersportverbände, der Ski- und Snowboardschulen und Vereine im gesamten Alpenraum, hieß es.

Auch der Deutsche Behindertensportverband (DBS) sieht in der Verlängerung des Lockdowns eine Gefahr für den Sport und fordert mehr Weitsicht der Politik. Es sei „ein schmaler Grat zwischen notwendiger Verantwortung und größer werdenden Sorgenfalten für die Zukunft – sowohl mit Blick auf den Rehabilitationssport als auch auf den Breitensport“, sagte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher.