Spätes Gegentor verhindert verdientes Ohrdrufer Remis

Ohrdruf.  Engagiert zu Werke gegangen, den Ertrag aber verpasst. Ohrdruf kassierte am 2. Spieltag der Fußball-Verbandsliga eine unnötige 2:3-Niederlage.

Bitter: Die Tore von Max Wildies (am Ball) und Philipp Kiebert reichten nicht, um Punkte im Heimspiel zu gewinnen.

Bitter: Die Tore von Max Wildies (am Ball) und Philipp Kiebert reichten nicht, um Punkte im Heimspiel zu gewinnen.

Foto: Ralph Frank

Da saßen die Ohrdrufer nun auf dem Rasen und lauschten den Worten ihres Trainers Thomas Giehl, der wie immer ein mehrminütiges Fazit zog und sein Team gleich auf die freitägliche Aufgabe bei der SpVgg Geratal einschwor (17.30 Uhr). Wahrscheinlich wäre bei dem einen oder anderen Spieler die Mimik etwas freundlicher gewesen, wenn die Ohrataler das 2:2 über die Bühne gebracht hätten.

Verdient wäre der Punkt gegen Aufstiegskandidat Wismut Gera allemal gewesen. Doch als sich viele der fast 350 Zuschauer schon mit dem Remis angefreundet hatten, machte ihnen Marcel Kießling einen Strich durch die Rechnung. Körpertäuschung, Linksdrehung und ein verdeckter Flachschuss, der neben Torwart Oliver Apel einschlug – so vermeidbar das dritte Gegentor in der 88. Minute auch war, so deutlich zeigte es auf, dass das Giehl-Team in der neuen Klasse trotz individueller Qualität viel Lehrgeld bezahlen muss.

Nicht nur lernen, sondern Früchte ernten

„Wir dürfen nicht jedes Spiel lernen, sondern müssen auch mal die Früchte ernten“, befand der Coach nach dem Spiel, aus dem man eigentlich mit einem erhobenen Kopf hätte gehen können. Denn ein Unterschied in der spielerischen Linie war über die gesamte Spielzeit nicht zu erkennen. Sicher spielte Gera die etwas feinere Klinge, hatte auch etwas mehr vom Spiel. Gefährlich wurde es aber zumeist nur, wenn sich die Hausherren kleine, aber entscheidende Auszeiten gönnten.

So etwa beim 0:1, als die Ohrdrufer den Ball nicht geklärt bekamen, dieser per Bogenlampe zurück in den Strafraum kam und nach Weiterleitung per Kopf selbigen von Raphael Börner fand (40.). Ähnlich sah es beim zwischenzeitlichen 1:2 aus, als der ansonsten gut agierende Jörg Dominic Tischer den Ball per Kopf nicht aus der Gefahrenzone bekam und Kießling per Schuss ins lange Eck danke sagte (80.). Dass der Aufsteiger Moral und Kampfeswillen besitzt, bezeugten die jeweiligen Treffer zum Ausgleich. Erst setzte Tischer den durchgebrochenen Max Wildies in Szene, der aus spitzem Winkel zum 1:1 traf (69.). Später verwandelte Kapitän Philipp Kiebert einen an ihm verschuldeten Elfmeter wuchtig zum 2:2 (85.) und ließ sein Team vom Punktgewinn träumen, ehe Kießling spät zuschlug.

Jüngling aus zweiter Mannschaft zurückgeholt

„Wir wollten Gera nicht in unseren Strafraum lassen und bekommen dann so drei Tore. Genau das, was wir vermeiden wollten“, ärgerte sich Giehl, der durch die schweren Verletzungen der Vorwoche (Meitz, Jung, Kubirske) sein Team umbauen musste und unter anderem Michael Jüngling zurückholte. Dieser wollte eigentlich in der Zweiten kürzertreten, dürfte nun aber wieder mehr Einsatzzeiten bekommen.

Mut machte derweil die Steigerung im zweiten Durchgang. Waren die Ohrdrufer in der ersten Halbzeit noch zu respektvoll, legten sie diesen ab und zeigten, dass sie mithalten können. Ein positiver Wink für Giehl. „Wir brauchen uns vor niemanden zu verstecken, müssen aber aus den Spielen und Fehlern lernen.“