THC-Trainer Herbert Müller ist hilflos und begeistert

Erfurt.  Der Trainer des Handball-Bundesligisten steht vor einer zweiten Operation. Bruder Helfried betreut das Team auch im Europaliga-Spiel in Österreich.

Familiäre Reserve: Co-Trainer Helfried Müller.

Familiäre Reserve: Co-Trainer Helfried Müller.

Foto: Sascha Fromm

Herbert Müller ist gegenwärtig nur Videotrainer beim Thüringer HC. „Wenn man das Spiel nur am Laptop sehen kann, ist man hilflos. Aber ich weiß, das Team ist ja bei meinem Bruder Helfried, der auch ein guter Bundesligatrainer wäre, in besten Händen“, sagte Herbert Müller.

Beim 36:28-Sieg seiner Handballerinnen gegen Blomberg-Lippe durfte Müller, der nach einem Muskelabriss am Knie operiert worden war, nur online zuschauen. „Die Heilung verläuft leider nicht planmäßig. Als ich nachts aufstehen musste, hat es knacks gemacht“, beschreibt Herbert Müller die Probleme, die das Laufen derzeit nur schwer möglich machen. Am Donnerstag ließ sich Müller im Helios-Klinikum untersuchen. Eine zweite Operation ist eventuell nötig.

Während den Handball-Lehrer die erzwungene Auszeit schmerzt, machen es ihm seine Damen umso leichter. „Ich war vom Spiel gegen Blomberg über weite Strecken begeistert. Bis zum 14:6 war das überragend“, so Herbert Müller. „Parkett“-Trainer Helfried lobte die Geschlossenheit, hob dabei Marie Davidsen im Tor und Scharfschützin Marketa Jerabkova hervor. Die Tschechin erzielte elf Treffer (fünf Feldtore, sechs Siebenmeter). Herbert Müller hatte mit Josefine Huber als Leitfigur in der Abwehr und Kerstin Kündig in der Regierolle noch zwei Spielerinnen mit Topleistung ausgemacht.

Saisonstart so nicht erwartet

Mit 9:1 Punkten führt der THC nun die Bundesliga-Tabelle an. Das hatten selbst die Müller-Brüder so nicht erwartet. „Die Mannschaft funktioniert, obwohl wir sie neu zusammenstellen mussten“, sagt Herbert Müller. Man habe diesmal sehr auf die Charaktere geachtet. „In der letzten Saison waren wir ja so enttäuscht, dass der Mannschaftsgeist fehlte. Doch den brauchen wir, um oben mitzuhalten“, erklärt Müller.

Den richtigen Satz zur aktuellen Stärke des THC formulierte Blombergs Trainer Steffen Birkner mit Blick auf die vorangegangenen Siege: „Die Realität ist nicht Mainz und Ketsch, die Realität ist Thüringen.“

Samstag in Österreich

Der THC steht nun vor der nächsten Aufgabe. Am Samstag (18 Uhr) bestreitet man das Hinspiel der ersten Qualifikationsrunde der neuen Europaliga, die den EHC-Cup ablöst. Für die Thüringerinnen geht es in die Nähe von Wien, wo WAT Atzgersdorf wartet. „Wir sind da absoluter Favorit und werden das Spiel dort und eine Woche später in Nordhausen klar für uns entscheiden“, ist Müller überzeugt. In Atzgersdorf spielen viele Talente aus Österreichs Juniorinnenteam, das Helfried Müller betreut. Überraschungen gibt es also keine. Einen Einsatz versprochen haben die Müllers bereits Klara Schlegel: „Sie soll gegen ihre Freundinnen aus der Nationalmannschaft antreten dürfen.“