Photovoltaikanlage für 8 Millionen in Gerstungen gebaut

Noch bevor zum Jahreswechsel wieder Silvesterraketen am Nachthimmel leuchten, sollen bereits viele Wohnungslampen mit Strom "Made in Gerstungen" leuchten.

Blick das Eisenbahngelände mit der Grenzübergangsstelle GÜST, auf dem die Solaranlage erweitert werden könnte. Hier stehen zahlreiche einsturzgfährdete Gebäude. Foto: Norman Meißner

Blick das Eisenbahngelände mit der Grenzübergangsstelle GÜST, auf dem die Solaranlage erweitert werden könnte. Hier stehen zahlreiche einsturzgfährdete Gebäude. Foto: Norman Meißner

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Gerstungen. Dieses ehrgeizige Ziel hat sich die "Solaris Kraftwerke GmbH" in München gesteckt, denn auf einer knapp sieben Hektar großen Gerstunger Fläche zwischen Eisenbahn und Autobahn, auf der eine Photovoltaikanlage entstehen soll, ist bisher nicht viel passiert. "Der Spatenstich ist für nächsten Donnerstag vorgesehen", erzählt Gerstungens Bürgermeister Werner Hartung.


Die Zeit drängt: Obwohl noch nicht alle Bedingungen für die Realisierung des Projektes erfüllt waren, ließ das Unternehmen bereits Planungs-, Vermessungs- und Planierungsarbeiten ausführen. "Um 15 bis 18 Prozent wird die Einspeisevergütung mit Beginn des neuen Jahres sinken", erzählt Solaris-Geschäftsführer Norbert Burkhart. Er ist optimistisch, den Zeitplan einzuhalten.


Zum Ende des vergangenen Jahres errichtete das Unternehmen bereits im ostthüringischen Rüdersdorf eine etwa doppelt so große Photovoltaikanlage. Damals war der Baustart sogar erst im November. In Rüdersdorf waren in den letzten Dezembertragen bis zu 200 Arbeitskräfte bis in die Abendstunden auf der 20 Hektar großen Fläche mit der Montage der Solarmodule beschäftigt.


In die Gerstunger Freiland-Anlage "Oberhalb der Bahn" werden rund acht Millionen Euro investiert. Sie besteht aus 18551 Modulen, die insgesamt eine Leistung von 3,5 Megawattstunden/peak besitzen. Mit dieser Energiemenge können rund 1940 Haushalte mit Strom versorgt werden.


Lieferengpässe für die erforderlichen Solarmodule braucht Burkhart nicht zu befürchten: "Wir haben uns schon alle gesichert." Die Gestelle, auf denen sich die Module schon bald sonnen sollen, werden in den Boden gerammt. Das 6,6 Hektar große Gelände soll mit einem zwei Meter hohen Industriezaun mit Übertrittschutz gesichert werden. Für die Betreibung der Anlage wurde bereits die "Energiepark Gerstungen GmbH&Co. KG" gegründet. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Gerstungen. "So kommt etwas Gewerbesteuer in die Gemeindekasse", freut sich Hartung.


Während der Verhandlungen mit dem Investor regte die Gemeinde Gerstungen an, die Fläche der ehemaligen Grenzübergangsstelle und des Westbahnhofes für die Errichtung einer weiteren Photovoltaikanlage zu prüfen. Auf den rund 80000 Quadratmetern befinden sich zahlreiche einsturzgefährdete Gebäude der GÜST sowie alte Eisenbahn-Stellwerke, Lokschuppen, Werkstätten und der markante Wasserturm. Der Zustand, so Hartung, habe sich in den vergangenen 20 Jahren drastisch verschlechtert. Die "Solaris Kraftwerke GmbH" soll sich mit dem Eigentümer, dem Bundeseisenbahnvermögen, bereits weitestgehend über den Kaufpreis geeinigt haben. Wird der Investor sich in der Frage der Klärung eventueller Altlasten mit den zuständigen Behörden einig, stehe der Erweiterung des noch nicht existierenden "Energieparks Gerstungen" nichts im Wege, so Hartung.