Die Eisenbahnlinie Erfurt - Saalfeld (RB 23) steht im Jubiläumsjahr der Schwarzatalbahn und der dominierenden Debatte um das Auf und Ab bei der Saalbahn gen Jena ein wenig im Schatten der Aufmerksamkeit. Dass dies ein Problem ist, hat jetzt die in Bechstedt wohnende und als CDU-Landtagsabgeordnete für den Landkreis Gotha zuständige Marion Rosin öffentlich gemacht.
Die Bahnline sei häufig überlastet, so ihre Analyse. Sie fordert konkrete und kurzfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Regionalbahnverbindung RB 23 zwischen Saalfeld und Erfurt. Die Antwort auf ihre „Kleine Anfrage“ an die Landesregierung zeigt ihrer Überzeugung nach deutlich, dass die Nachfrage regelmäßig das Angebot übersteigt.
Überfüllung in Hauptverkehrszeiten beklagt
„Gerade in den Hauptverkehrszeiten sind die Züge auf der Linie RB 23 oft überfüllt. Fahrgäste mit Fahrrädern müssen teilweise stehen bleiben, weil kein Platz mehr ist – das ist weder zumutbar noch zukunftsfähig“, so Rosin. „Die Landesregierung spricht von einer mittleren Auslastung von 36 Prozent, aber verschweigt, dass in Spitzenzeiten regelmäßig Engpässe auftreten“, kritisiert sie.
Drei Jahre bis zur Lösung - das ist zu lang!
Marion Rosin, CDU-Landtagsabgeordnete aus Bechstedt
Besonders betroffen sei laut Landesregierung der Abschnitt Erfurt – Arnstadt mit bis zu 2000 Fahrgästen täglich von Montag bis Freitag. Auch auf den übrigen Teilstrecken zwischen Arnstadt und Saalfeld seien hohe Auslastungen zu verzeichnen – insbesondere am Wochenende durch Ausflugsverkehr in Richtung Schwarzatal und Bergbahnregion.
Statt kurzfristiger Lösungen verweise das Ministerium lediglich auf Verbesserungen ab Dezember 2028 im Rahmen des sogenannten Mittelthüringer Akkunetzes – eine Perspektive, die aus Sicht Rosins viel zu spät kommt: „Wenn die Landesregierung die Verdopplung der Fahrgastzahlen bis 2030 ernst meint, müssen jetzt pragmatische Schritte folgen – nicht erst in drei Jahren.“
Weg zu Ausbauzielen muss jetzt gegangen werden
Rosin fordert, wie auch auf anderen stark frequentierten Strecken, dass sofort geprüft wird, ob längere Züge eingesetzt werden können oder ob einzelne Bahnhöfe so angepasst werden können, dass zusätzliche Wagen halten können – auch unter Nutzung bereits erprobter Lösungen aus anderen Bundesländern. „Es darf nicht sein, dass technische oder bauliche Gründe dauerhaft als Ausrede dienen, während Pendlerinnen und Pendler sowie die zahlreichen Touristen täglich die Konsequenzen tragen.
Die Landesregierung dürfe ihre Ausbauziele nicht nur auf dem Papier verfolgen, sondern müsse endlich spürbare Verbesserungen im Alltag der Fahrgäste zu schaffen.
Ein Zwanzigstel mehr Sitzplätze ab Ende 2028
Das Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur hatte in seiner Antwort eingeräumt, dass es vereinzelte Fälle von Überbesetzungen gegeben habe. Man habe allerdings analysiert, dass diese nicht wie in der Anfrage vermutet mit einer hohen Pendlerbesetzung, sondern mit Ausflugsverkehr im Zusammenhang gestanden habe. In der weiteren Analyse geht das Ministerium dann aber davon aus, dass sich mit der Einrichtung des Regional-Express Erfurt - Coburg - Nürnberg im Sommer 2024 die Situation nachhaltig entspannt habe.
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Dass man in Erfurt die Überbesetzung für nicht allzu groß hält, zeigt auch ein weiteres Detail. Die Züge, die im Rahmen der Umstellung auf das Akku-Netz Ende 2028 angeschafft werden, hätten im Endeffekt eine um ein Zwanzigstel höhere Sitzplatzkapazität. Bis zu diesem Zeitpunkt in mehr als drei Jahren will die Landesregierung am derzeitigen Angebot auf der Strecke nichts ändern.




