Zusammenfassung

  • CATL verdoppelt seine Testkapazitäten in Arnstadt bis 2026 und schafft eines der größten Testzentren für Batteriezellen in Europa.
  • Die Erweiterung ist Teil der europäischen Expansionsstrategie von CATL, mit neuen Produktionskapazitäten in Ungarn und Spanien.
  • Das Testzentrum bei Arnstadt ist zertifiziert und arbeitet mit dem Thüringer Fraunhofer-Institut zusammen, um die Qualität und Sicherheit von Batterien zu prüfen.

Der chinesische Batteriehersteller CATL verdoppelt in Arnstadt seine Testkapazitäten. Es entstehe damit bis Anfang 2026 eines der größten Testzentren für Batteriezellen in Europa, sagte ein Unternehmenssprecher. Künftig verfüge CATL dort über mehr als 300 Teststationen, an denen u.a. das Ladetempo von Zellen unter verschiedenen Umweltbedingungen wie Frostgraden oder Hitze geprüft werde. Getestet würden generell Batterieleistung und -sicherheit. 

Die Erweiterung der Kapazität sei eine Reaktion auf die europäische Expansionsstrategie von CATL, einem der weltweit größten Hersteller von Stromspeichern vor allem für die Automobilindustrie. In den kommenden Jahren würden an mehreren Standorten – darunter in Ungarn und Spanien – zusätzliche Produktionskapazitäten für Batterien entstehen, so das Unternehmen.

Feuerwehreinsatz bei CATL in Arnstadt

Feuerwehreinsatz bei CATL in Arnstadt
Am Freitagabend ist es in einer Produktionshalle des Batterieherstellers CATL in Arnstadt zu einer Rauchentwicklung gekommen.© MARCUS SCHEIDEL | Marcus Scheidel
Feuerwehreinsatz bei CATL in Arnstadt
Laut erster Informationen soll gegen 22.50 Uhr eine brennende Batteriezelle gemeldet worden sein.© MARCUS SCHEIDEL | Marcus Scheidel
Feuerwehreinsatz bei CATL in Arnstadt
Die Zelle konnte in einer speziellen Safetybox ins Freie gebracht werden, während das betriebliche Emergency Response Team (ERT) die Halle belüftete. © MARCUS SCHEIDEL | Marcus Scheidel
Feuerwehreinsatz bei CATL in Arnstadt
Das Feuer war rasch unter Kontrolle, für die Feuerwehr Arnstadt endete der Einsatz gegen 23.45 Uhr.© MARCUS SCHEIDEL | Marcus Scheidel
Feuerwehreinsatz bei CATL in Arnstadt
Die Landespolizeiinspektion Gotha war für Informationen Samstagmorgen nicht zu erreichen.© MARCUS SCHEIDEL | Marcus Scheidel

Reaktion auf steigende Nachfrage nach Batterie

„Mit der Erweiterung unseres Test- und Validierungszentrums macht CATL einen wichtigen Schritt, um der wachsenden Nachfrage nach fortschrittlichen Batterielösungen in Europa gerecht zu werden“, erklärte Deutschland-Geschäftsführer Matt Shen. 

In Arnstadt produziert das Unternehmen seit 2023 Batteriezellen. Die Fertigung soll schrittweise hochgefahren werden. Derzeit werden an dem Thüringer Standort rund 1700 Arbeitnehmer beschäftigt. Die Contemporary Amperex Technology Thuringia GmbH beliefert verschiedene Automobilhersteller in Deutschland und Europa. Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) wird nach Ministeriumsangaben im Oktober den Konzernsitz von CATL im chinesischen Ningde besuchen. Sie sei von kommendem Samstag an mit einer Wirtschaftsdelegation in China unterwegs. 

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Auch neues Materiallabor entsteht 

Nach Unternehmensangaben ist das Testzentrum in unmittelbarer Nähe zu den großen Produktionsstätten am „Erfurter Kreuz“ bei Arnstadt sowohl von der Volkswagen AG als auch von der Deutschen Akkreditierungsstelle offiziell zertifiziert. Der Schwerpunkt liege auf der Qualitätsprüfung von CATL-Produkten aus Europa. Es seien aber auch Tests für andere Anbieter nicht ausgeschlossen, so der Sprecher. Zusammengearbeitet werde mit dem Thüringer Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme.

Im Zuge der Erweiterung entstehe auch ein neues Materiallabor. Es solle zahlreiche zusätzliche Testfunktionen bieten. Durch die Analyse der einzelnen Batteriebestandteile können bei Leistungstests festgestellte Probleme künftig schneller und präziser behoben werden, so das Unternehmen.

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dpa