Liebe Leserinnen, liebe Leser,
das ist offenkundig ein Ärgernis für viele Leute: der Entzug des Doktortitels, den Mario Voigt nicht einfach so hinnehmen will.
Verfahren wirft Grundsatzfragen zur Doktorarbeit auf
Für mich stellen sich da vor allem eine ganze Reihe von Fragen zum Verfahren selbst. Es gibt wenige Vorgänge im Menschenleben, für die man nach bald zwei Jahrzehnten noch zur Rechenschaft gezogen werden kann. Es drängt sich die Frage nach den Maßstäben auf: Werden da heute Messlatten angelegt, die man 2008 schon hatte? Welche Rolle haben eigentlich Doktorväter und Doktormütter in diesem Zusammenhang? Schließlich spielen sie auf dem Weg zur Titelvergabe eine zentrale Rolle. Müsste ihnen nicht zuallererst auffallen, ob jemand im Kern eine wissenschaftliche Arbeit verfasst hat, die eines Titels würdig ist?
Voigt wagt den Gang vor Gericht – Ausgang ungewiss
Das sind noch nicht alle Fragen, die sich mir aufdrängen. Und nicht nur weil ich gerne Antworten darauf hätte, finde ich den Gang von Mario Voigt zum Verwaltungsgericht gut. Möge es sich für zuständig ansehen und die Sache im Kern prüfen. Wie das Ergebnis ausfallen wird, ist derzeit kaum zu erahnen. Dass Voigt dieses Risiko eingeht, ist allemal richtig. g.sommer@tlz.de


