Die Netzwurfspinnen aus Südafrika haben im Laufe ihrer evolutionären Entwicklung eine besonders raffinierte Fangtechnik hervorgebracht. Dafür verwenden diese Spinnen ganz besondere Netze. Diese Netze weben und verspannen die Spinnen nicht zwischen Ästen und Zweigen, sondern zwischen ihren langen Beinen.

Die gewebten Netze haben nur Briefmarkengröße und bestehen aus besonders elastischen Fäden, die an Gummibänder erinnern. Tagsüber ruhen sich die Spinnen aus, um dann in der Nacht ihre Fangnetze in Position zu bringen. Dabei hängen sie mit dem Kopf nach unten. Fliegt ein Nachtfalter oder anderes Insekt in Richtung Spinne, dehnt diese blitzschnell das Netz mit ihren Beinen auf die sechsfache Größe aus und wirft es wie ein Kescher zielgenau über die fliegende Beute. Dabei ziehen sich die Netzfäden um den Beutekörper und verpacken ihn zu einer mundgerechten Portion. Daher werden diese effizienten Netze auch Wurfnetze genannt.

Ähnliche Wurfnetze verwendeten auch die römischen Gladiatoren im Zweikampf. Das Wurfnetz gehörte damals zur Ausrüstung des nur leicht bewaffneten Kämpfers. Daneben verfügte er noch über das Kurzschwert und den gefährlichen Dreizack. Ob diese Netzfangmethode zur Gegnerabwehr von den Netzwurfspinnen abgeschaut wurde, ist jedoch nicht nachweisbar.

Heute gibt es moderne und effektive Wurf-Fangnetze für Tiere und Personen. Sie dienen dem gewaltfreien Einfangen von Kriminellen, flüchtenden Hunden und Katzen sowie Wildtieren. Polizei und Sicherheitsdienste nutzen solche Fangeinrichtungen auch bei der Verbrecherjagd. Das Fangnetz wird mit einer Art Druckluftpistole, der „Net Gun“, verschossen. Durch den dabei auftretenden Druck wird das Fangnetz bis etwa 20 Meter weit geschossen und breitet sich bis zu einer Fläche von 16 Quadratmetern aus. Dabei hüllt es blitzschnell das Fangobjekt ein ohne es zu verletzen. Das Fangnetz gilt als eine sichere, effiziente und schonende Fangmethode.