Fetzen- und Tintenfische sind wahre Tarnkünstler. Der Fetzenfisch, der zur Familie der Seenadeln gehört, ahmt mit seinem am flachen Körper hängenden Fetzen den Tang im Meer nach. Dieses „Unsichtbarmachen“ schützt vor Fressfeinden und bietet zudem Tarnung bei der Jagd. Die Körpergestalt dieses Fisches löst sich scheinbar auf, weil er mit seiner natürlichen Umgebung regelrecht verschmilzt. Diese Erscheinung wird Somatolyse genannt. Bei dieser Form der Tarnung kommen Streifen, Flecken oder andere flächige Muster zur Anwendung. Dadurch sieht es so aus, als ob der Tierkörper sich über seine Umrisse hinaus in die Umgebung fortsetzt.

Tarnmethoden aus Natur und Technik verschmelzen

Das ist bei Soldaten ähnlich, die sich während einer Gefechtsübung mit Zweigen, Grasbüscheln und anderen Naturmaterialien tarnen. Ihre Tarnuniformen sind aus Khakistoff gefertigt, der die natürliche Umgebung nachahmt. Daher ist dieser Stoff mit brauner, olivgrüner beziehungsweise grau verlaufender Farbe bedruckt. Diese sich auflösende Tarnung durch unregelmäßig geformte Farbflecke, wird heute auch bei Kampfpanzern und Kampfflugzeugen sowie anderem Kriegsgerät angewendet.

Kopffüßer, wie Tintenfische, lassen sich ebenfalls nur schwer entdecken wie der Fetzenfisch, wenn sie sich in Farbe und Muster dem Meeresgrund anpassen oder in ihrer bläulich-schwarzen Tintenwolke unsichtbar werden. So macht sich der Tintenfisch hinter diesem Sichtschutz „aus dem Staub“.

Hinter einer großen Rauchwolke verschwinden

Das Prinzip des Verbergens durch Einnebelung finden wir auch beim Militär. Soldaten, die in einem Manöver zum Angriff übergehen, verstecken sich ähnlich wie die Tintenfische hinter einer großen Rauchwolke.

Nach dem Vorbild der Haut von Tintenfischen haben Bioniker ein verformbares Material zu Tarnzwecken erfunden. Dieses Material bildet ein flexibles Fasernetz, welches in Silikon eingebettet ist und wie eine Luftmatratze aufgeblasen wird. Durch das Aufblasen entstehen in den Kammern unterschiedlich große Wölbungen in Hügelform. Dadurch lassen sich verschiedene und natürlich aussehende Formen sowie Untergründe herstellen, wie beispielsweise Sand-, Kies- und Steinböden.

Übrigens ist Camouflage eine Tarntechnik, bei der die Umrisse von Objekten durch Farben und Muster ineinander übergehen und so mit der Umgebung „verschwimmen“.

Grundausbildung bei der Bundeswehr
Mit Blattwerk und Gras getarnte Soldaten bei einer Übung: Hier zeigt sich, wie Camouflage wirkt.© DPA Images | Frank May