Eine ganz besondere Form von Freiheit ist bei einem relativ neuen Flugsport zu verspüren – dem Wingsuiting. Dazu wird ein spezieller Anzug benötigt, mit dem ein Gleitflug möglich ist. Mit dem Anzug, der sozusagen eine Haut zum Fliegen darstellt, wird der Sprung mit dem anschließenden Fall in eine gleitende Fortbewegung umgewandelt. Das Erlebnis des freien Falls wird mit dem Anzug, gegenüber einem Fallschirmsprung, noch weiter verlängert. Wie funktioniert eigentlich solch ein Anzug?
Körperhaltung verringert Luftwiderstand und steigert Auftrieb
Der Wingsuit wirkt wie ein Tragflügel. Zur Stabilisierung des Tragflügel-Anzuges füllen sich seine eingenähten Kammern unter den Armen und zwischen den Beinen beim Ausbreiten während des Absprunges mit Luft. Für das Gleitfliegen ist eine angemessene Vorwärtsgeschwindigkeit notwendig, damit Auftrieb entsteht. Dazu muss der Flugsportler seinen Luftwiderstand möglichst geringhalten. Dazu duckt er den Kopf leicht nach unten.
Dasselbe tun wir auch beim Radfahren, wenn wir die Geschwindigkeit erhöhen. Wir ducken unseren Körper samt Kopf möglichst weit herab. Dadurch wird die Angriffsfläche für die von vorn anströmende Luft viel kleiner. Der Luftwiderstand ist dadurch ziemlich gering. Geschwindigkeit und Auftrieb kann der Sportler durch Änderung des Anstellwinkels mit seiner Körperstellung beeinflussen.
Tiere und Technik meistern den Gleitflug im Regenwald
Im Gleitflug sind so Geschwindigkeiten von etwa 160 km/h zu erreichen. Bei der Entwicklung des Tragflügel-Anzuges haben sich die Ingenieure an der Flughaut des Flughörnchens orientiert. Dieses nachtaktive Nagetier, von dem die meisten Arten in Indonesien leben, gleitet mithilfe seiner breiten, mit Fell bedeckten Flughaut, die zwischen Vorder- und Hinterbeinen während des Gleitfluges aufgespannt wird. Die Flughaut bildet dabei eine Art Gleitschirm. Mit diesem erreichen die Flughörnchen Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h und können sich so im Regenwald bei der Nahrungssuche von Baum zu Baum fortbewegen. Zum Landen auf dem Zielbaum wird während des Anfluges der Anstellwinkel der Flughaut verändert. Dadurch erhöht sich der Luftwiderstand und der Flug wird abgebremst.
Übrigens verwirklichen auch Flugfrösche, Fluggeckos und Schmuckbaumnattern, die ebenfalls in Indonesien heimisch sind, den Gleitflug zur schnellen Fortbewegung im Regenwald.



