Tintenfische bewegen sich durch das Rückstoßprinzip im Wasser fort. Dieses Fortbewegungsprinzip nutzen sie und noch viele andere Wasserlebewesen schon seit Jahrmillionen, längst bevor der Mensch auf die Idee kam, es als Antrieb für Raketen und Flugzeuge einzusetzen.
Mit dem Wasserstrahlantrieb gelingt es den Lebewesen, sich mit relativ großer Geschwindigkeit im dichten Medium Wasser fortzubewegen. Tintenfische besitzen in ihrem Körperinneren einen Hohlraum, in den Wasser eingesogen wird. Dieser Hohlraum ist außen von einem Muskelmantel umgeben. Durch Zusammenziehen dieses Mantels wird das Wasser durch einen düsenartigen Trichter schnell nach außen gepresst.
Der Rückstoß des Wasserstrahls bewegt den Kalmar, einer Rakete gleich, in die entgegengesetzte Richtung nach vorn. Der Strahlmotor der Rakete schleudert entgegen der Fahrtrichtung Verbrennungsgase mit hoher Geschwindigkeit aus und erzeugt so den Rückstoß.
Wie funktioniert der Rückstoß aus physikalischer Sicht? Betrachten wir ein Boot, aus dem Steine nach hinten geworfen werden. Durch den dabei entstehenden Rückstoß bewegt sich das Boot in die entgegengesetzte Richtung nach vorn. Dabei wird es aber nur eine kurze Strecke bewegt, weil die Trägheit seiner Masse viel größer ist, als die Trägheit des Steines. Man kann also verallgemeinern, dass durch Rückwärtsschleudern von „Massen“ aufgrund der Gegenwirkung eine Vortriebskraft entsteht. Diese ist umso größer, je größer die Geschwindigkeit und die Masse der dabei ausgestoßenen Teilchen ist.
Dieses Rückstoßprinzip trifft natürlich auch auf den Strahlantrieb von Flugzeugen zu. Aus dem Physikunterricht wissen wir, dass diese Erscheinung dem dritten Newtonschen Gesetz entspricht. Es besagt, dass zu jeder Kraft eine gleichgroße, aber entgegengerichtete Kraft gehört – Aktion (Rückstoß) ist gleich Reaktion (Vorwärtsschub). Man nennt es auch das Gegenwirkungsgesetz oder -prinzip. Darauf beruht beispielsweise nicht nur die Fortbewegung von Rakete, Flugzeug und Tintenfisch, sondern auch die der anderen Fische und Meeressäuger, die mit ihren Schwanzflossen das Wasser als Massepakete nach hinten wegschleudern.



