„Die Natur kapieren und kopieren“ war das Leitprinzip zum naturorientierten Erfinden des österreichischen Naturforschers und Erfinders Viktor Schauberger (1885–1958). Er war von den Naturformen regelrecht fasziniert. Dabei interessierten ihn besonders die bisher wenig beachteten Spiralmuster und die Wirbelströmungen des Wassers, aus denen sich nach seiner Meinung nutzbare Energie gewinnen ließe.
Wissenschaft vernachlässigt Bedeutung von Spiralbewegungen
Dazu formulierte Schauberger: „Es ist äußerst seltsam, dass die Wissenschaft trotz aller Hinweise, die uns die Natur auf die wirbelförmige, zykloide Spiralbewegung gibt und die sich in der Natur allenthalben beobachten lässt, dieser Bewegungsform so wenig Bedeutung beigemessen und auch den Versuch angestrebt hat, sie zu kopieren“.

Um effiziente Turbinen zu entwickeln, orientierte sich daher dieser geniale Erfinder am Schwimmverhalten von Forellen, die er im strömenden Wasser der Gebirgsbäche und -flüsse seiner Heimat beobachtete. Schauberger fand heraus, dass sich in den Kiemen der Forelle schneckenförmige Strömungskanäle befinden, die sich von vorn nach hinten verengen.
Aus diesen Kanälen, tritt das vorn einströmende Wasser an der hinteren Engstelle mit größerer Geschwindigkeit als am Kanaleingang wieder aus. Es hat dadurch ein hohes Potenzial an kinetischer Energie und verleiht der Forelle zusätzlichen Schub. Strömt nämlich das Wasser aus den Kiemen heraus und anschließend der Körperkontur entlang, wird der Forelle zur Fortbewegung immer wieder neue Energie zugeführt. Diese Erkenntnis nutzend, entwickelte und baute Schauberger eine wirkungsvolle Turbine mit spiralförmig angeordneten Strömungskanälen nach Forellenart. Da er vom Strömungskanal der Forellenkiemen inspiriert wurde, bekam die Turbine die Bezeichnung „Forellenturbine“. Das durch die Turbine fließende Wasser wird von den spiralförmigen Strömungskanälen abgelenkt und so in eine Spiralbewegung versetzt.
Schaubergers Naturbeobachtung inspiriert innovative Erfindungen
Das damit erzeugte Drehmoment treibt die Turbine an. Schaubergers revolutionäre Ideen wurden oft als unrealistisch und pseudowissenschaftlich abgetan, weil sie den üblichen wissenschaftlichen Auffassungen und Grundsätzen widerentsprachen. Doch sind bei seinen außergewöhnlichen und raffiniert angelegten Erfindungen viele umsetzbare Prinzipien und nutzbare Anregungen zu finden.
Außerdem können wir vom Denkstil dieses Erfinders und der Art und Weise seines Vorgehens beim Lösen von technischen Problemen einiges lernen. Dazu äußerte er, „dass man nur einfach um 180 Grad anders denken sollte“. Schauberger ging es darum, sich von „eingefahrenen Denkwegen“ zu lösen und andere Denkrichtungen, wie solche mit dem Blick auf die Natur, einzuschlagen. So führten Schaubergers genaue Naturbeobachtungen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse nicht nur zur Entwicklung origineller Ideen, sondern auch zu raffiniert ausgearbeiteten Erfindungen.


