Plastik ist zwar ein attraktives und modernes Verpackungsmaterial, doch es belastet zunehmend unsere Umwelt. Jedes Jahr gelangen Millionen Tonnen von Plastikmüll über Flüsse, Abwasserkanäle und Schiffe in die Meere und Ozeane.

Plastikmüll zerfällt zu Mikroplastik und vergiftet das Meer

Vor einiger Zeit wurden dort riesige Müllinseln entdeckt, die regelrechten Plastiksuppen gleichen. Diese gigantischen Ansammlungen von Plastikmüll entstehen durch die Meeresströmungen und können beachtliche Ausmaße erreichen. Die ständige Bewegung des Wassers, dazu Sonnenlicht und Salzwasser, greifen die Plastikteile an und lösen dabei winzige Teilchen ab – es entsteht Mikroplastik. Mit der Zeit werden immer mehr und immer kleinere Partikel freigesetzt, die auch giftige Inhaltsstoffe absondern.

Plastikmüll im Meer
Eine Plastiktüte schwimmt über Korallen im Roten Meer. An manchen Stellen in den Weltmeeren haben sich großflächige Müllteppiche gebildet.© Mike_Nelson/epa/dpa | Mike_Nelson

Die darin enthaltenen Umweltgifte belasten die Meereslebewesen. Gelangen sie durch den Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten in die Nahrungskette, richten sie gesundheitliche Schäden auch bei uns Menschen an.

Wissenschaftler und Ingenieure haben daher nach Lösungen gesucht, um die Müllinseln in den Weltmeeren zu beseitigen. In der lebenden Natur sind dazu interessante Anregungen zu finden, wie beispielsweise die Barten des Blauwals. Mit diesen filtert der Wal in seinem Maul aus dem einströmenden Wasser die Nahrung heraus. Es sind winzige Krebstiere, wie Krill, dazu Plankton und auch kleine Schwarmfische.

Plastikmüll wird per Fangarm und Katamaran aus dem Meer geholt

Die Erkenntnisse über den Aufbau dieses Naturfilters wurden für die Ausarbeitung der technischen Lösungen genutzt. Sie führte zu einem Müllsammler, der an der Wasseroberfläche treibenden Plastikmüll mit einem sechshundert Meter langen Fangarm einkreist. Der Arm hat eine U-Form und besteht aus einem langen, mit Luft gefüllten Plastikschlauch, an dem ein siebartiger Vorhang tief ins Wasser reicht.

Der mit dem Riesenarm „eingefangene“ Müll wird auf das dazugehörige Schiff gezogen und abtransportiert. Eine weitere Lösung der maritimen Müllabfuhr besteht in hochseetauglichen, von Solar- oder Windenergie betriebenen Katamaranen, die den Müll aufsammeln, sortieren und ihn noch vor Ort sortengerecht zerkleinern.

Es ist jedoch wesentlich sinnvoller, Lösungen zur Verringerung von Plastikmüll zu entwickeln, anstatt im Nachhinein aufwendige Konstruktionen für dessen Einsammlung und Entsorgung zu generieren.