Wie Naturschuetzer die bedrohte Flussperlmuschel retten wollen
Blick auf Fischkiemen: In ähnlicher Weise funktioniert auch ein neuartiger Waschmaschinenfilter.© epd | Timm Schamberger

Mikroplastik belastet zunehmend unsere Umwelt. Über Atemluft und Nahrung gelangt es in unseren Körper. Was es im Körper anrichtet, ist noch nicht genau geklärt. Es existieren jedoch Studien, die einen Zusammenhang von Mikroplastik im Körper und der Auslösung von Atemwegserkrankungen, Herzinfarkt und auch Krebs erkennen lassen.

Analyse zu Mikroplastik im Rhein
Beim Waschen wird Mikroplastik, hier in zwei Glasröhrchen zu sehen, von den Textilfasern abgetrieben und gelangt über das Abwasser in die Kläranlagen.© Oliver Berg/dpa | Oliver Berg

Mikroplastik sind synthetische Kunststoffteilchen, deren Durchmesser unter fünf Millimetern liegt. Kunststoffteilchen mit einem Durchmesser von weniger als einem Mikrometer werden dagegen als Nanoplastik bezeichnet. Angesichts der Gefahren, welche die winzigen Plastikteilchen verursachen, werden in den verschiedensten Bereichen effektive Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und der Umwelt vorangetrieben. Beispielsweise werden für Waschmaschinen spezielle Filtersysteme entwickelt, damit die winzigen Plastikteilchen nicht in die Umwelt gelangen. Beim Waschen werden sie nämlich von den Textilfasern abgetrieben und gelangen über das Abwasser in die Kläranlagen. Wird der Klärschlamm dann als Dünger in der Landwirtschaft genutzt, kommen sie wieder in die Umwelt und damit auch in die Nahrungskette. Um das zu verhindern, müssen effiziente Filtersysteme eingesetzt werden. Die bisherigen Waschmaschinenfilter verstopfen zu schnell und sind deshalb weniger wirksam. Daher war die Orientierung an der lebenden Natur hilfreich.

Bioniker nahmen sich biologische Filtersysteme zum Vorbild, wie sie bei Makrelen zu finden sind. Diese Fische verfügen über wirksame Kiemenreusen, mit denen sie Plankton aus dem Wasser filtern. Dieses Reusensystem ist trichterförmig aufgebaut, wobei der größte Durchmesser an der Maulöffnung liegt und sich nach hinten verjüngt. Die Trichterwände bilden die kammartigen Kiemenbögen, die einem Rechen mit winzigen Zähnchen gleichen. Dadurch entsteht eine netzähnliche Siebstruktur, die das Plankton wirkungsvoll zurückhält. In ähnlicher Weise funktioniert auch der neuartige Waschmaschinenfilter. Bei ihm treffen die Fasern während des Waschgangs nicht direkt auf den Filter, sondern gleiten an ihm entlang und werden auf diesem Weg am Filterausgang gesammelt und dort rückstandslos abgesaugt.

Für Bioniker lautet daher die Devise: Stehst du vor der Lösung eines technischen Problems, ist es hilfreich, sich an Vorbildern aus der Natur zu orientieren.