Bundeskanzler Friedrich Merz steht unter Druck. Eine Leserin fordert zur Mäßigung auf. Sie schreibt:
Man kann diese Zeitung aufschlagen, wann immer man will – jeden Tag nur Kritik an Kanzler Friedrich Merz, die alles andere als wohlwollend und aufbauend ist. Das Gegenteil ist der Fall. Warum nicht einmal eine positive Aussage?
Als Kindern wurde uns gelehrt: Was du über andere sagst, fällt auf dich selbst zurück. Es zeigt, wie du denkst und wie du bist. Also achte auf deine Worte über andere.
Sicher macht Kanzler Merz auch Fehler, trifft nicht den richtigen Ton und ist keine charismatische Gestalt. Doch in dieser Zeit mit all ihren Schwierigkeiten und Herausforderungen, angesichts der Häme, Missgunst und Machtgier, die ihm entgegenschlägt, braucht ein Mensch in dieser Position ein besonderes Stehvermögen auf allen Ebenen. Friedrich Merz hat es - und mich beeindruckt diese Kraft. Ich wünsche sie ihm noch lange und denke an den Satz „Totgesagte leben länger.“
Maria Brodmann, Dornburg-Camburg
Ein Leser schreibt unter anderem:
Am 18. August 1976 verbrannte sich der evangelische Pfarrer Oskar Brüsewitz vor der Michaeliskirche in Zeitz. Damit wollte er ein Zeichen gegen die Kirchen- und Bildungspolitik der DDR setzen. Heute wird er von manchen als Märtyrer gefeiert.
Im Herbst 1989 begannen in der Nikolaikirche in Leipzig die ersten Montagsgebete und Montagsdemonstrationen. Sie wurden zu einem wichtigen Ausgangspunkt der Friedlichen Revolution. Heute, 37 Jahre später, ist die AfD im Osten Deutschlands die stärkste politische Kraft. In Sachsen-Anhalt will sie den ersten Ministerpräsidenten stellen. Zugleich wird Alice Weidel als mögliche Kanzlerkandidatin für die Bundestagswahl 2029 genannt.
Die AfD im Osten ist der Kirche für ihren Beitrag zur Friedlichen Revolution nicht dankbar. Stattdessen wirft sie den Kirchen vor, sich zu stark in die Tagespolitik einzumischen und sich von traditionellen Glaubensinhalten entfernt zu haben. Die AfD fordert unter anderem die Abschaffung des staatlichen Einzugs der Kirchensteuer, die Beendigung des Kirchenasyls sowie die Überprüfung oder Ablösung der historischen Staatsleistungen an die Kirchen.
Nach der letzten Umfrage ist die AfD in Sachsen-Anhalt mit 43 Prozent die stärkste Kraft, gefolgt von der CDU mit 23 Prozent und der Linken mit 13 Prozent. Für alle anderen Parteien wird es schwierig, in den Landtag einzuziehen. Die AfD ist rechtsextremistisch, migrationsfeindlich und hat ein ethnisch geprägtes Volksverständnis, das im Widerspruch zur Menschenwürde und zu den Grundgesetzes steht.
Zeitz gehört zu Sachsen-Anhalt. Deshalb stelle ich mir die Frage: Wofür ist Pfarrer Oskar Brüsewitz gestorben?
Stanislav Sedlacik. Weimar
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