Im Evangelium für diesen Sonntag lese ich in Mt 16,25 Folgendes: „Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren.“

Na klar, wer möchte das nicht: Sein Leben retten, sein eigenes und das der geliebten Menschen. Der zweite Teil der Aussage Jesu schmettert mich als Gläubige gleich zu Boden: „…wird es verlieren.“.

Jugendliche verlieren sich, um sich zu finden

Ein Hoffnungsschimmer erleuchtet bei dem darauffolgenden Teil desselben Verses: „Wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.“ Dass nun wir alle, die wir an Jesus glauben zu einem Märtyrertod berufen sind, bezweifle ich. Doch wie verliere ich nun mein Leben, um es zu finden?

Ich denke an die jungen Menschen um mich herum, die gerade dabei sind ihr Kindsein abzulegen. Bei der oder dem einen oder anderen drücken Frisuren, Kleidung und Verhalten aus, dass sie sich gerade völlig verlieren, um ihre Identität als Jugendliche oder Jugendlicher zu finden.

Solche Momente gab es für mich als Christin nicht nur als Heranwachsende, sie kehren immer wieder. Es ist die Zeit in meinem Leben, in der ich mich treiben lasse, mir die Kraft fehlt und die Orientierungspunkte, um Position zu beziehen, das Wort zu ergreifen, zu handeln oder auch die Zeit, in der ich mit einem Mal gegen alles bin, was mein Leben bisher ausgemacht hat.

Mein Leben verlieren heißt dann, es auf Christus neu auszurichten, mich wirklich anrühren lassen von Gottes Liebe, mich ergreifen lassen von Gottes Wort und mich antreiben lassen von seinem Geist.

Den Mut finden, für das Gute einzustehen

In unserer Welt bedeutet das oft gegen den Strom schwimmen, das Gute tun, auch wenn ich einen Nachteil erfahre, Menschen begegnen mit Zeit und Wohlwollen, das Wort ergreifen und Position beziehen, wo Unrecht geschieht. Und dann leuchtet in meinem Herzen eine Hoffnung und eine klitzekleine Ahnung auf, was damit gemeint sein könnte das Leben um Jesu willen zu verlieren und es wirklich zu finden.