„Das ist Meckern auf hohem Niveau”, sagt einer, wenn es ihm zu viel wird, dass alles schlechtgeredet wird. Schließlich leben wir in Deutschland. Wir sind umgeben von Besitz und Annehmlichkeiten, die sich Generationen vor uns nicht leisten konnten. Und weltweit gesehen haben wir mehr Luxus als die meisten anderen. 

Schon die Bibel warnt vor Nörgelei und Unzufriedenheit

Andererseits: Ein offenes Wort muss gesagt werden. Kritik ist oft berechtigt. Wo ist das Problem?

In der Bibel wird anhaltendes Nörgeln und ständige Unzufriedenheit mit einem undichten Dach verglichen. „Wie ein Loch im Dach, durch das es bei Regen ständig tropft, so ist eine immerzu nörgelnde Frau“, so heißt ein Vers aus den Sprichwörtern der Bibel (Sprichwörter 27,15). Das gilt natürlich auch für Männer.

Entscheidend ist hier, dass die Freude am Dasein dauerhaft gefährdet wird. Wer immer unzufrieden ist, macht sich das Leben selbst zur Hölle. Und das der anderen gleich mit. So ist unser Land zu einem Patienten geworden. Diagnose: Unzufriedenheit.

Ich bin überzeugt davon, dass wir konstruktive Kritik brauchen. Dass wir Stimmen hören müssen, die Missstände benennen. Glaubwürdig wird Kritik aber dadurch, dass ich mich positiv einsetze. Dass ich aufbaue. Zerreden und zerstören ist zu einfach. 

Gottes Liebe setzt auf Veränderung im Inneren des Menschen

Mancher sagt: „Ich kann nichts ändern.“ Stellen wir uns einen Moment vor, Gott hätte so gedacht. Dann gäbe es keinen Jesus. Kein Kreuz.

Das Kreuz lese ich als großes Pluszeichen. Gott liebt diese Welt. Gott liebt den Menschen. Dabei ist er keineswegs ein Ja-Sager. Er sagt, dass das Hauptübel des Menschen aus dessen Innerem kommt. Daher gilt sein Blick zunächst dem Inneren des Menschen. Kommt das in Frieden, wirkt es auch nach außen.