Schon gewusst? Am Samstag, 26. September, wird in Europa der Tag der Sprachen begangen. Seit 2001 erinnert er daran, wie reich unser Kontinent in dieser Hinsicht ist: Mehr als 200 einheimische Sprachen werden hier gesprochen, die vielen zugewanderten noch gar nicht mitgezählt.
Solche Vielfalt darf zu Recht mal gefeiert werden! Zugleich soll dieser Tag Lust darauf machen, andere Sprachen zu lernen. Denn wer eine neue Sprache lernt, entdeckt immer auch eine neue Sicht auf die Welt.
Perspektivwechsel erleichtert das gegenseitige Verstehen
Mich beschäftigt derzeit allerdings noch etwas anderes: Menschen sprechen dieselbe Sprache, aber verstehen sich trotzdem nicht! Weil sie einander die Worte im Mund herumdrehen. Weil sie nur hören, was sie hören wollen. Weil sie im Leben nicht damit rechnen, dass in den Gedanken des anderen vielleicht auch ein Körnchen Wahrheit stecken könnte.
Darum habe ich einen Vorschlag für den diesjährigen Tag der Sprachen: Nutzen wir ihn einfach mal für die Übung, die Worte der anderen versuchsweise wohlwollend zu hören. Unterstellen wir nicht reflexartig Dummheit, Bosheit, Hass und Hetze, sondern rechnen wir damit, dass unser Gegenüber vielleicht doch einen Punkt haben könnte.
Gespräche gelingen durch Zuhören und Besonnenheit
„Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn“, heißt es im Jakobusbrief (1,19). Das klingt schlicht und einfach, scheint aber doch eine der schwereren Übungen zu sein. In jedem Fall aber wäre es die Voraussetzung dafür, dass aus Sprache wieder ein wirkliches Gespräch werden kann.
Einen verständnisvollen Tag der Sprachen wünscht Ihr Pfarrer Bernhard Zeller


