Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Die Sächsische Zeitung schreibt: „Der Heidenauer Stadtrat hat mehrheitlich beschlossen, in Zukunft keine Stolpersteine im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich mehr zu verlegen. Stattdessen soll auf dem Nordfriedhof eine zentrale Gedenkfläche für Opfer von ‚Krieg, Terror, Diktatoren, Vertreibung und insbesondere des Nationalsozialismus‘ entstehen beziehungsweise erweitert werden.“ Der Antrag stammte von AfD und CDU.

Da sollen also alle Kriegstoten zusammen auf dem Friedhof geehrt werden, also womöglich ein Heidenauer Wehrmachtssoldat, der Juden erschossen hat, und eines seiner Opfer aus dieser Stadt. Und in der Stadt soll man nicht mehr durch Stolpersteine erfahren, wer aus welchem Haus heraus in den Tod getrieben wurde durch die Nazis. Der städtische Friedhof ist auch deshalb der falsche Ort, weil er nie eine Grablege für jene war, die ausgegrenzt, verschleppt und getötet wurden.

Besonders perfide ist zudem, dass die AfD-CDU von Heidenau sich einer Kritik an Stolpersteinen bemächtigt hat, die auf Charlotte Knoblich zurückgeht. Was sich diese angeblich so biedermeierlichen Bürger inzwischen alles trauen … Umso besser, dass diese Abstimmung bundesweit Wellen schlägt. g.sommer@tlz.de