„Der Tag der Deutschen Einheit erinnert an den 3. Oktober 1990, der eine riesige Veränderung brachte. Das geteilte Deutschland wurde wieder zu einem Land. Der östliche Teil, die DDR, trat dem westlichen bei, der Bundesrepublik Deutschland.“
Diese drei Sätze aus den dpa-Kindernachrichten sind in ihrer Schlichtheit ebenso wahr wie erklärungsbedürftig. Vor allem dann, wenn wir auf die seither erlebte Zeit, auf die Gegenwart und die Hoffnungen schauen wollen, die mit der Zukunft verbunden sind.
Mit dem 3. Oktober 1990 verbinden viele Menschen hierzulande einen größeren Einschnitt als mit dem 9. November 1989. Jedenfalls dann, wenn es um die seither durchlebte Entwicklung geht. Was zunächst als Wachstumsschmerzen und als Abbaupfad in der Wirtschaft wahrgenommen wurde, hat sich später bei nicht wenigen Menschen wie Mehltau auf die Seele gelegt. Wenn heute negative Stimmen so laut sind, docken dort zerstörerische Kräfte mit miesem Populismus an.
Für viele Menschen eröffnete sich hierzulande eine neue Welt. Es gab große Herausforderungen, die gut bewältigt wurden. Jede und jeder hat eine ganz eigene Transformation zu bewältigen. Es stellten sich ungeahnte Fragen. Vieles war schwer.
Die Einheit, die ich meine, besteht vor allem darin, dass wir als Gemeinschaft vielfältig sein dürfen. Und dass uns Einigkeit, Recht und Freiheit verbinden. Dass wir in einem guten Land leben, in dem die Würde eines jeden Menschen an erster Stelle steht – und in dem als gute Demokraten alle bei der Mitwirkung gefragt sind. Feiern wir den Einheitstag gemeinsam. Das Erreichte ist aller Ehren wert. g.sommer@tlz.de


