Nun sind sie also dort angekommen, wo sie vermeintlich hingehören: in der Mitte der Gesellschaft. Was für eine Gesellschaft, was für eine Gemeinschaft ist das denn?
Eine Beutegemeinschaft? Offenbar wurden zunächst alle Kreidevorräte genutzt, um die Wolfsstimme schmeichlerisch klingen zu lassen.
Der AfD gelang es ohne Umschweife, einen Mittdreißiger zum Landtagspräsidenten wählen zu lassen, der ein sehr intensives Parteigewächs ist. Und dieser Mann bekam deutlich mehr Stimmen als es nach der Hufeisentheorie - also dem zu unterstellenden Näheverhältnis der Extreme von AfD und BSW - hätten sein dürfen.
Wohin Sachsen-Anhalt steuert, erst im Landtag und absehbar wohl auch in der Regierung, das müssen sich weit mehr als 40 Prozent der Wählerinnen und Wähler anrechnen lassen. Sie ermöglichen, was jetzt passiert. Und was droht. Im 100-Tage-Programm der AfD ist sehr genau beschrieben, an welche demokratischen Grundfesten die Säge gesetzt werden soll.
Nun sitzt die AfD also in der Mitte des Landtages von Sachsen-Anhalt; es ist ein riesiger Block: junge und nicht mehr ganz so junge Männer vor allem, die sich zum Zentrum machen. Das ist mehr als nur symbolisch gemeint. Es muss als Warnsignal verstanden werden.
Es ist die Grünen-Chefin, die es auf sich nimmt, den Mitdemokraten von CDU, SPD bis Linke zu sagen, was nun ansteht: Die AfD muss demokratisch in die Zange genommen werden. Das Gelächter in der Mitte klingt, wie es gemeint ist: furchterregend.
Sachsen-Anhalt ist der Anfang - und die Gefahr wächst. Wer nicht aufpasst, wacht demnächst in einem Land auf, das wir lange für überwunden hielten.


